Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Hongkong: Zehntausende Demonstranten gehen erneut auf die Straße
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Hongkong: Zehntausende Demonstranten gehen erneut auf die Straße
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 20.10.2019
Polizisten laufen während der Demonstration in Hongkong eine Straße entlang. Quelle: Jörn Petring/dpa
Hongkong

Trotz eines Polizeiverbots haben in Hongkong wieder Zehntausende Menschen gegen die Regierung protestiert. Während Demonstranten am Sonntag in einem langen Marsch friedlich durch den zentralen Stadtteil Kowloon zogen, gingen radikale Aktivisten auf einen Zerstörungszug durch die Stadt. Sie blockierten in der chinesischen Sonderverwaltungszone Straßen, warfen Brandsätze und verwüsteten Geschäfte sowie die Eingänge von U-Bahn-Stationen. Die Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Gleichzeitig sangen friedliche Demonstranten die Hymne der Protestbewegung und forderten die Regierung dazu auf, alle ihre Forderungen zu erfüllen. Dazu gehören ein Rücktritt von Regierungschefin Carrie Lam, eine Untersuchung der Polizeigewalt und freie Wahlen. Auch protestierten sie gegen mehrere Angriffe auf Anhänger ihrer Bewegung.

Verletzte Protestanhänger

Jimmy Shan, einer der Organisatoren der Märsche, wurde vergangene Woche in ein Krankenhaus eingeliefert, nachdem er von Männern auf der Straße zusammengeschlagen worden war. Am Samstag wurde zudem ein 19 Jahre alter Protestanhänger mit einem Messer angegriffen und schwer verletzt.

Die seit dem 9. Juni andauernden Proteste hatten zuletzt etwas an Fahrt verloren, nachdem die Regierung ein Vermummungsverbot verhängt hatte. Außerdem wurde der U-Bahn-Verkehr eingeschränkt. Das macht es für Demonstranten schwieriger, sich in der Stadt zu bewegen.

Hongkong verbietet Tragen von Masken bei Protesten

Der erneut große Protest am Sonntag zeigt jedoch, dass mit einem baldigen Ende der Demonstrationen in der chinesischen Sonderverwaltungszone nicht zu rechnen ist. Vandalismus und Zusammenstöße zwischen Polizisten und Demonstranten sind vor allem an Wochenenden zur Normalität geworden.

Erneut waren viele Demonstranten mit US-Flaggen zu sehen. Die Annahme eines Gesetzentwurfs im US-Abgeordnetenhaus zur Unterstützung der Demokratiebewegung in Hongkong hatte vergangene Woche schwere Spannungen zwischen China und den USA ausgelöst. Der Entwurf schreibt wirtschaftliche Sanktionen vor, wenn die Autonomie Hongkongs untergraben wird. Er sieht ferner Strafmaßnahmen gegen Politiker vor, die Freiheitsrechte von Hongkongern verletzt haben.

Demonstrationen bereits seit mehr als vier Monaten

Der Entwurf muss noch im US-Senat verabschiedet werden. Aber er findet große Unterstützung bei Republikanern und Demokraten. Am Ende müsste auch US-Präsident Donald Trump das Gesetz noch unterzeichnen.

Seit mehr als vier Monaten demonstrieren die Menschen in Hongkong gegen ihre Regierung und den wachsenden Einfluss der kommunistischen Führung in Peking. Seit der Rückgabe 1997 an China wird Hongkong mit einem eigenen Grundgesetz nach dem Grundsatz "ein Land, zwei Systeme" autonom regiert.

Die sieben Millionen Hongkonger stehen unter Chinas Souveränität, genießen aber - anders als die Menschen in der kommunistischen Volksrepublik - mehr Rechte wie Meinungs- und Versammlungsfreiheit, um die sie jetzt fürchten.

Mehr zum Thema

Hongkong: Regierungschefin muss Rede erneut abbrechen

Proteste stoppen Rede von Hongkonger Regierungschefin

Hongkong: Regierungschefin Lam droht mit militärischem Eingreifen Chinas

RND/dpa

Der britische Premier Boris Johnson hat – widerwillig – eine weitere Verlängerung der Austrittsfrist seines Landes aus der EU beantragt. Großbritannien hat nun bis zum 31. Januar 2020 Zeit, einen Brexit-Deal zu schließen. Johnson versucht jedoch weiter, einen Austritt zum 31. Oktober zu erwirken. Wir beantworten die wichtigsten Fragen dazu.

20.10.2019

U-Boote, Panzer, Schnellfeuergewehre: In den vergangenen 19 Jahren hat die Bundesregierung Milliardengeschäfte mit Kriegsgerät aus Deutschland bewilligt. Die Linke fordert jetzt einen Ausstieg aus der Rüstungsspirale.

20.10.2019

Im Rennen um den SPD-Vorsitz rechnen sich Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken gute Chancen aus. Das Bewerberduo fordert ein 500-Milliarden-Euro-Programm bis 2030 für Städte und Gemeinden. Den Fortbestand der GroKo knüpfen die beiden an die Zustimmung der Union zu dieser Investitionsoffensive.

20.10.2019