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Deutschland / Welt Grüne wollen Amazon Vernichtung von Retouren verbieten
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Grüne wollen Amazon Vernichtung von Retouren verbieten
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11:17 10.06.2019
Blick in das Logistikzentrum von Amazon in Leipzig (Archivfoto). Quelle: imago/Robert Michael
Berlin

Die Grünen wollen den Online-Versandhändler Amazon daran hindern, neuwertige Kunden-Retouren zu vernichten. Das sagte die Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt den Medien der Funke-Gruppe. Die Politikerin sprach von einer „Perversion der Wegwerfgesellschaft“ und forderte den Staat zum Handeln auf.

Um dem Problem zu begegnen, stellte Göring-Eckardt einen Drei-Punkte-Plan vor. Erstens solle Online-Händlern verboten werden, neuwertige Produkte, die zurückgeschickt werden, zu vernichten. Zweitens sollten die Retouren, die nicht mehr verkauft werden könnten, verschenkt werden – etwa an sozial Benachteiligte. Und drittens müssten die Rohstoffe zurück in den Wertstoffkreislauf.

Wirtschaftswissenschaftler der Universität Bamberg haben ermittelt, dass die Bundesbürger bei Bestellungen im Internet jedes sechste Paket wieder zurückschicken. Im vergangenen Jahr sind das demnach 280 Millionen Pakete und 487 Millionen Artikel gewesen. Bei Kleidung und Schuhen geht sogar fast die Hälfte der Pakete zurück an den Absender, wie die Forscher Ende April mitteilten.

Lesen Sie auch: Wie „prime“ ist der Amazon-Service wirklich?

Die Retouren belasten durch das zusätzliche Transportaufkommen das Klima, die Kosten müssen einerseits die Kunden durch höhere Marktpreise tragen, andererseits erzielen die E-Commerce-Händler geringere Margen. Nach Erkenntnis der Bamberger Forscher landen rund vier Prozent der zurückgeschickten Artikel im Müll. Immerhin gut 79 Prozent werden direkt wieder als A-Ware verkauft, weitere 13 Prozent als B-Ware, so die Forscher. Und drei Prozent würden an industrielle Verwerter verkauft oder an gemeinnützige Organisationen gespendet.

Marktführer Amazon hatte dazu vor wenigen Wochen erklärt, jede Rücksendung werde qualitätsgeprüft, neu verpackt und – wann immer möglich – wieder als Neuware angeboten. Zudem hätten seit 2013 mehr als 1000 soziale Einrichtungen Spenden bekommen. Eine halbe Million Menschen erhielten so laut Amazon Spielzeug, Schuhe, Kleidung oder Drogerie-Artikel.

Von RND/das/dpa

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