Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Großer Ansturm auf Lizenz für Cannabis-Anbau
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Großer Ansturm auf Lizenz für Cannabis-Anbau
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:07 28.01.2019
Wie in Israel wird auch bald in Deutschland Cannabis legal angebaut Quelle: Nir Alon/ dpa
Berlin

Das Interesse, eine Lizenz zum legalen Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken in Deutschland zu erhalten, ist sehr groß: 79 Bieter haben in dem Ausschreibungsverfahren der neuen staatlichen Cannabisagentur Angebote abgegeben, teilte das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) am Montag mit. Wer den Zuschlag gewonnen hat, soll spätestens im Juni feststehen.

Mit der ersten Ernte rechnet das Bfarm dann für Ende 2020. Der staatlich kontrollierte Anbau in Deutschland soll zur Versorgung schwerkranker Patienten beitragen. Die vorherige große Koalition hatte Anfang 2017 den Weg dafür frei gemacht, dass Cannabis auf Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung verschrieben werden kann. Derzeit wird Cannabis für deutsche Patienten aus dem Ausland importiert, unter anderem aus den Niederlanden.

Anbau von mehr als 10 Tonnen

Die Ausschreibung umfasst jetzt 10,4 Tonnen Cannabis, verteilt auf vier Jahre mit jeweils 2,6 Tonnen. Die Anbaumenge wurde auf 13 Lose zu je 200 kg Jahresmenge aufgeteilt. Damit sollte nach Angaben des Bundesinstituts eine Beteiligung auch von kleineren Unternehmen erreicht und zugleich im Sinne der Patientenversorgung das Ausfallrisiko vermindert werden. Ein Bieter kann maximal für fünf Lose einen Zuschlag erhalten.

Eigentlich war schon in dieses Jahr die erste Ernte aus staatlich kontrolliertem Anbau geplant. Das Bfarm hatte eine erste Ausschreibung aber aufheben müssen, weil sie aufgrund einer Klage eines Unternehmens gerichtlich gestoppt wurde. Das Unternehmen sah aufgrund einer kurzfristigen Änderung der Ausschreibungsbedingungen seine Rechte verletzt. Im Unterschied zur ersten Ausschreibung wurde die Menge von 6,6 auf 10,4 Tonnen erhöht. Denn inzwischen ist bekannt, dass mehr Patienten einen Antrag auf Behandlung mit Cannabis beantragen als zunächst angenommen. Das hat auch zu Engpässen bei der Versorgung geführt.

Jeder Arzt darf Cannabis verschreiben

Bis zum Inkrafttreten des neuen Gesetzes benötigten Patienten eine Ausnahmegenehmigung, um Medizinalhanf in der Apotheke zu bekommen – auf eigene Kosten. Nur etwa 1000 Schwerstkranken gelang es, eine derartige Genehmigung zu erhalten. Erst nachdem Patienten vor dem Bundesverwaltungsgericht durchsetzten, Cannabis auch selbst anbauen zu dürfen, reagierte die damalige große Koalition: Durch die Neuregelung dürfen Cannabis-Präparate von jedem Arzt verschrieben werden, wenn alle übrigen Behandlungswege ausgeschöpft wurden. Der Antrag muss allerdings von der Krankenkasse des Patienten genehmigt werden. Nach den letzten zur Verfügung stehenden Zahlen verschrieben die Ärzte im ersten Halbjahr 2018 in rund 80.000 Fällen Cannabis.

Von Timot Szent-Ivanyi/RND

Schon in Bremen haben die Vorwürfe gegen Bamf-Mitarbeiter für Aufregung gesorgt. Jetzt gibt es auch in Baden-Württemberg den Verdacht, dass beim Prüfen von Asylanträgen Richtlinien nicht eingehalten wurden. Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft.

28.01.2019

Als glühender Verteidiger der parlamentarischen Demokratie könnte der Parlamentssprecher im britischen Unterhaus, John Bercow, für Premierministerin Theresa May gefährlich werden. Und auch die Labour-Abgeordnete Yvette Cooper gilt als Gegnerin Mays: Sie will mit allen Mitteln einen harten Brexit verhindern.

28.01.2019

Saudi-Arabien hat lange seinem Erzrivalen Iran zum Vorwurf gemacht, ein Raketenprogramm zu verfolgen. Nun gibt es Hinweise darauf, dass das Königreich selbst auf einer Militärbasis ballistische Raketen testet und diese Waffen womöglich sogar entwickelt.

28.01.2019