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Deutschland / Welt Das Millionengrab: Von der Leyen will „Gorch Fock“ weiterbauen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Das Millionengrab: Von der Leyen will „Gorch Fock“ weiterbauen
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17:41 14.03.2019
Die Sanierung des Segelschulschiffes „Gorch Fock“ soll nach dem Willen von Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) nun doch fortgesetzt werden. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Berlin

Die wegen des Verdachts auf Korruption und Untreue gestoppte Sanierung des Segelschulschiffs „Gorch Fock“ kann voraussichtlich Anfang nächster Woche weitergehen.

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen will den zurzeit geltenden Zahlungsstopp aufheben. Ziel sei es, am Montag wieder mit den Arbeiten zu beginnen, sagte die CDU-Politikerin am Donnerstag in Berlin.

Gläubiger müssen der neuen Regelung noch zustimmen

Zuvor hatte es Gespräche mit der neuen Führung der Elsflether Werft AG gegeben, die das Projekt nach der Ablösung der alten Spitze wegen Untreue-Vorwürfe wieder auf Kurs bringen will. Der grundsätzlichen Einigung über die Aufhebung des Zahlungsstopps müssen formal noch die am Insolvenzverfahren Beteiligten zustimmen.

Die Ministerin sagte, es gebe eine gute Chance, „dass die „Gorch Fock“ wieder auf den Weltmeeren segeln“ werde.

Von der Leyen gibt vorerst weitere elf Millionen Euro frei

Die Kosten für die Sanierung des Dreimast-Seglers schnellten über die Jahre rasant die Höhe. Ursprünglich waren 10 Millionen Euro vorgesehen, dann wurde auf 75 Millionen Euro erhöht, inzwischen ist der Kostenansatz auf bis zu 135 Millionen Euro gestiegen. Bis zum 2. Januar 2019 wurden laut Bundesregierung bereits rund 69 Millionen Euro ausgegeben.

„Wir sind sehr froh, dass es der neuen Werft-Leitung innerhalb kurzer Zeit gelungen ist, Vertrauen zurückzugewinnen. Ohne ,Gorch Fockhätte die Werft in Elsfleth keine Chance. Jetzt gehe ich davon aus, dass die Beschäftigung vorerst gesichert ist“, sagte Pieter Wasmuth, Aufsichtsratschef der Elsflether Werft, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Nach RND-Informationen gab die Ministerin für den Weiterbau eine Tranche von elf Millionen Euro frei.

Sanierungsarbeiten kommen einem Neubau gleich

Die erhebliche Kostensteigerung ergab sich nach früheren Angaben vor allem aus dem vorher nicht dokumentierten, schlechten Zustand des Schiffes. In weiten Teilen kommen die Arbeiten inzwischen einem Neubau gleich.

Die mit der Sanierung der „Gorch Fock“ beauftragte Elsflether Werft hatte am 20. Februar ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung beantragt. Hintergrund der finanziellen Schwierigkeiten sind mutmaßlich veruntreute Gelder in Millionenhöhe, was von der Leyen und die neue Werftführung der vor rund drei Wochen geschassten alten Leitungsriege zuschreiben.

Kommentar: Der Gorch-Fock-Krimi – Das Schiff kann einem fast schon leid tun

Die Gorch-Fock-Werft beantragt Insolvenz, die Sanierung stürzt das Verteidigungsministerium in finanzielle Erklärungsnöte. Der Fall des Marine-Segelschulschiffs gleicht einem Krimi, sollte aber nicht vom Wesentlichen ablenken, kommentiert Daniela Vates.

Von Jörg Köpke/RND

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