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Deutschland / Welt Gestürzter Präsident kehrt überraschend nach Honduras zurück
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Gestürzter Präsident kehrt überraschend nach Honduras zurück
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07:35 22.09.2009
Der gestürzte Präsident zeigt sich auf dem Balkon der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa seinen Anhängern.
Der gestürzte Präsident zeigt sich auf dem Balkon der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa seinen Anhängern. Quelle: afp
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Die Machthaber forderten Brasilien, in dessen Botschaft Zelaya Unterschlupf fand, zur Auslieferung auf. US-Außenministerin Hillary Clinton warnte vor Gewalt und sprach von einer Chance für Honduras.
Der gestürzte Präsident zeigte sich auf dem Balkon der brasilianischen Botschaft in der Hauptstadt Tegucigalpa seinen Anhängern, die zu Tausenden zusammenströmten. Offenbar aus Angst vor Unruhen verhängte die Übergangsregierung von Roberto Micheletti eine Ausgangssperre, die bis Dienstagmorgen 7 Uhr (15 Uhr MESZ) gelten sollte. Micheletti appellierte in einer von Radio und Fernsehen übertragen Ansprache an Brasilien, „die honduranische Justiz zu respektieren und Herrn Zelaya an die zuständigen honduranischen Behörden zu übergeben“.

Die Interimsregierung hatte Zelaya im Fall seiner Rückkehr immer wieder mit juristischen Folgen gedroht. Erste Medienberichte über eine Rückkehr des vor drei Monaten von Militärs gestürzten Präsidenten hatte Micheletti zunächst als falsch zurückgewiesen und von „Medienterrorismus“ gesprochen. Zelaya befinde sich in Nicaragua, nicht in Honduras, versicherte Micheletti. Nur wenig später erklärte Brasilien dann offiziell, dass Zelaya in der Botschaft in Tegucigalpa sei. Die Botschaft sei der Bitte des gestürzten Präsidenten nach Asyl nachgekommen, sagte Außenminister Celso Amorim. Brasilien habe aber nichts mit der Rückkehr zu tun.

Zelaya selbst hielt sich relativ bedeckt über die Umstände seiner überraschenden Rückkehr. Die Reise sei genau geplant und „sehr lang, etwa 15 Stunden lang“ gewesen, sagte er in der Botschaft zu Journalisten. Seit Sonntag sei er in mehreren Ländern gewesen. Um Kontrollen von Polizei und Armee zu umgehen, habe er mehrmals das Transportmittel gewechselt. Nun sei er wieder in seinem Land - „um den Dialog zu suchen, um das Problem zu lösen“.

Das Militär hatte Zelaya Ende Juni aus dem Amt geputscht und außer Landes gebracht. Die Armee begründete ihren Putsch offiziell mit Zelayas Streben nach einer in der Verfassung nicht vorgesehenen weiteren Amtszeit als Präsident nach den Wahlen im November. Der Putsch wurde von der internationalen Gemeinschaft aber nicht akzeptiert. Die USA und die Europäische Union sehen Zelaya weiter als legitimen Präsidenten an.

Nach der Rückkehr Zelayas sagte US-Außenministerin Clinton in New York, dieser solle wieder sein Amt übernehmen; die für November geplanten Wahlen müssten abgehalten werden. Die verfassungsmäßige und demokratische Ordnung in Honduras müsse wieder hergestellt werden. Clinton äußerte sich am Rande eines Gesprächs mit den Präsidenten Costa Ricas, Oscar Arias, der in Honduras versucht hatte zu vermitteln. Mit Blick auf Zelayas Rückkehr sprach auch Arias von einer „guten Gelegenheit“ für Honduras.

afp