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Deutschland / Welt „Gelbwesten“ rufen Polizisten zum Suizid auf
Nachrichten Politik Deutschland / Welt „Gelbwesten“ rufen Polizisten zum Suizid auf
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17:23 21.04.2019
Teilnehmer einer «Gelbwesten»-Demonstration in Paris stehen vor einem brennenden Motorrad. Quelle: Francisco Seco/AP/dpa
Paris

Die Proteste der „Gelbwesten“ gehen auch am Osterwochenende weiter: Ein Video mit Suizid-Aufrufen an die Polizei sorgt nach den erneuten Demonstrationen in Frankreich für Empörung. Die Staatsanwaltschaft leitete am Sonntag eine Untersuchung wegen Beleidigung von Amtspersonen ein.

Der Journalist Lucas Burel hatte während der Proteste am Samstag in Paris ein Video veröffentlicht, auf dem der Aufruf „Bringt euch um“ zu hören ist. Burel schreibt dazu, einige Demonstranten hätten das in Richtung der Polizei gerufen.

Zahlreiche französische Politiker verurteilten den Vorfall. Innenminister Christophe Castaner sprach von einer „Schande“, Nizzas Bürgermeister Christian Estrosi nannte den Vorfall „abscheulich“. „Dieser Hass auf die Polizei ist ideologisch und leider systematisch in den Reihen der Anarchisten“, erklärte die Rechtspopulistin Marine LePen.

Frankreich ist derzeit alarmiert wegen einer extrem hohen Zahl von Suiziden in den Reihen der Polizei. Castaner hatte jüngst eine bessere psychologische Betreuung der Beamten angekündigt.

Die „Gelbwesten“ und Notre Dame

In der französischen Hauptstadt kam es am Samstag wieder zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstranten, mehrere Fahrzeuge und Mülleimer gingen in Flammen auf. Die „Gelbwesten“ sammelten sich auf dem Platz der Republik.

Behördenangaben zufolge gingen 27.900 Menschen in ganz Frankreich auf die Straße, davon alleine 9000 in Paris. Die „Gelbwesten“ machten deutlich höhere Angaben.

Rund um die Kathedrale Notre-Dame und die Champs-Élysées waren keine Proteste erlaubt. Einige „Gelbwesten“ reagierten aber verärgert über die hohen Spenden, die für den Wiederaufbau der bei einem Brand schwer beschädigten Kathedrale Notre-Dame zusammenkamen. Unmut entstand auch darüber, dass die Zusagen zum Wiederaufbau der Kirche viel schneller erfolgt seien als die Erfüllung ihrer Forderungen.

Die „Gelbwesten“ protestieren seit Mitte November gegen die Reformpolitik des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Es war nun der 23. Samstag in Folge, an dem Anhänger der Bewegung auf die Straßen gingen. Die Polizei führte in der Hauptstadt mehr als 20.000 präventive Kontrollen durch, wie der Sender Franceinfo unter Berufung auf die Polizeipräfektur berichtete.

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Von RND/dpa