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Deutschland / Welt Führung der „Gorch Fock“ will schweigen
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22:43 06.02.2011
Von Klaus von der Brelie
Zurück in Deutschland: Kapitän Norbert Schatz. Quelle: dpa
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Heys Anwalt Jörgen Breckwoldt sagte in Kiel: „Wir wissen noch nicht einmal, was den Verantwortlichen der ,Gorch Fock’ überhaupt vorgeworfen wird.“

Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) hatte eine Expertenkommission unter Leitung von Konteradmiral Horst-Dieter Kolletschke eingesetzt, um Berichte über Missstände bei der Ausbildung von Offiziersanwärtern an Bord der „Gorch Fock“ untersuchen zu lassen. Auf der Dreimastbark waren 2008 und 2010 zwei junge Offiziersanwärterinnen zu Tode gekommen. Kolletschke hält sich derzeit auf der „Gorch Fock“ auf, die sich auf der Heimreise von Argentinien nach Kiel befindet. Kapitän Schatz ist nicht mehr an Bord, er ist nach Deutschland zurückgekehrt. Die Stammbesatzung des Schiffes wehrt sich gegen Vorwürfe mehrerer Offiziersanwärter und spricht von „Rufmord“.

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Das Verteidigungsministerium in Berlin überprüfte am Wochenende auch Hinweise, wonach nicht nur die Post deutscher Soldaten aus Afghanistan geöffnet worden ist, sondern auch Briefe ihrer Angehörigen aus Deutschland auf unzulässige Weise inspiziert wurden. So soll aus einer Sendung aus Deutschland eine Uhr gestohlen worden sein. Drei andere Briefe wurden dem Vernehmen nach geöffnet und anschließend mit Klebestreifen verschlossen. Zuvor war bekannt geworden, dass der Inhalt eines Päckchens aus Afghanistan verändert worden ist. Statt Parfüm erhielten die Angehörigen eines Hauptfeldwebels ein Päckchen mit einer Flasche Duschbad. Insgesamt wurden mehr als 30 Feldpostbriefe aus Afghanistan von Unbekannten illegal geöffnet.

Verärgerung bei vielen Soldaten hat offenbar auch das Konzept ausgelöst, das zur Verkleinerung des Verteidigungsministeriums entwickelt wurde. Staatssekretär Walther Otremba will am Montag erläutern, wie sich die Führung des Ministeriums den vorgesehenen Personalabbau vorstellt. Mitglieder des Personalrats sollen bereits Bedenken angemeldet haben, weil keine klare Vision erkennbar sei.

Minister zu Guttenberg dürfte noch mehr zu schaffen machen, dass es im Kanzleramt erhebliche Zweifel an seinen Plänen zur Neuausrichtung der Armee gibt. In einer Vorlage für Kanzlerin Angela Merkel heißt es dem Vernehmen nach, es bleibe fraglich, „ob mit der jetzt gefundenen Lösung Ihren Vorstellungen von Zukunftsfähigkeit und mittelfristiger Belastbarkeit der Reform entsprochen wird“.

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