Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Nordkorea droht eine gigantische Hungersnot
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Nordkorea droht eine gigantische Hungersnot
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:32 06.03.2019
Nordkoreas Führer Kim Jong Un wird von Vietnams Präsidenten mit militärischen Ehren empfangen. Quelle: Luong Thai Linh/Pool European Pressphoto Agency/dpa
Bangkok

Die humanitäre Lage in Nordkorea ist laut den Vereinten Nationen alarmierend. Rund elf Millionen Menschen seien unterernährt und hätten keinen ausreichenden Zugang zu Trinkwasser sowie medizinischer Versorgung, teilte der humanitäre Koordinator der UN, Tapan Mishra, am Mittwoch in Bangkok mit. Das seien rund 43 Prozent der Bevölkerung.

Die Vereinten Nationen haben aufgrund der schlechtesten Ernten in Nordkorea seit mehr als einem Jahrzehnt Alarm geschlagen. Einem UN-Bericht zufolge ging die Erntemenge 2018 dramatisch zurück. UN-Nordkorea-Koordinator Tapan Mishra sprach von großen „Lebensmittel-Lücken“.

Nordkorea hat seit langem mit Lebenmittelknappheit zu kämpfen. Hitzewellen und Überschwemmungen haben die Lage nun verschärft. Zudem wird in dem isoliertem Land kaum in landwirtschaftliche Technologie und Düngemittel investiert.

Millionen Menschen lebensgefährlich unterernährt

Den Angaben zufolge sind 3,8 Millionen Menschen dringend auf lebensrettende Hilfe angewiesen, viele von ihnen sind schwer unterernährt. In dem abgeschotteten und diktatorisch regierten Land, das ein Atomwaffenarsenal aufbaut, seien besonders Frauen, Kinder, ältere Menschen und Menschen mit Behinderungen von der Misere betroffen.

Die UN und ihre Partner riefen die internationale Gemeinschaft auf, in diesem Jahr 120 Millionen US-Dollar für Hilfsmaßnahmen bereitzustellen. Ein Treffen des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un mit US-Präsident Donald Trump in Hanoi war vergangene Woche ergebnislos zu Ende gegangen.

Die beiden Politiker konnten sich nicht auf Schritte zur Abschaffung des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms einigen.

Bericht: Nordkorea baut stillgelegte Raketenanlage wieder auf

Medienberichten zufolge soll das genaue Gegenteil der Fall sein. Nordkorea soll Teile einer Anlage für Langstreckenraketen wieder aufbauen, die im Zuge von Abrüstungsmaßnahmen im vergangenen Jahr abmontiert wurden.

Der südkoreanische Geheimdienstdirektor Suh Hoon hat zum Wiederaufbau zwei Thesen formuliert:

• Die Führung in Pjöngjang könnte sich auf eine Wiederaufnahme von Versuchen mit Langstreckenraketen vorbereiten, falls die Atomverhandlungen völlig in sich zusammenfielen.

• Möglich sei aber auch, dass die nordkoreanische Führung sich auf eine Zeremonie vorbereitet. Im Falle erfolgreicher Gespräche mit den USA soll laut Suh die Anlage Tongchang Ri dann in einer dramatischen Aktion in die Luft gesprengt werden.

Weiterlesen:
Baut Nordkorea seine stillgelegte Raketenanlage wieder auf?

Von RND/epd/ka