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Nachrichten Politik Deutschland / Welt Deutsche melden sich wieder häufiger krank
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22:26 14.05.2013
Von Alexander Dahl
Die Deutschen gehen wieder häufiger zum Arzt.
Die Deutschen gehen wieder häufiger zum Arzt. Quelle: dpa (Symbolfoto)
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Hannover

Dies geht aus aktuellen Statistiken der fünf großen Krankenkassen AOK, Barmer Ersatzkasse, DAK Gesundheit, KKH und Techniker Krankenkasse hervor, die rund 49,5 der etwa 70 Millionen gesetzlich Versicherten repräsentieren. Nach einer Schätzung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin betrugen die volkswirtschaftlichen Kosten durch Arbeitsunfähigkeit etwa 80 Milliarden Euro.

Auffällig ist das Nord-Süd-Gefälle. In Bayern (12,7 Tage) und Baden-Württemberg (12,9 Tage) fehlen die Arbeitnehmer am wenigsten krankheitsbedingt. Eine Erklärung haben die Kassen für dieses alte Phänomen nicht. Gleichzeitig gibt es ein Ost-West-Gefälle: Die Krankenstände liegen in den alten Ländern fast durchweg niedriger als in den neuen Ländern.

Auch zwischen den Kassen gibt es deutliche Unterschiede. Die Versicherten der AOK sind rund 20 Tage im Jahr krank, die der DAK Gesundheit nur etwa 13 Tage. Dies liegt daran, dass die AOK viele ältere Versicherte hat, während bei der DAK viele Akademiker Beiträge zahlen.
Niedersachsen nimmt Platz vier im Länderranking der fünf Kassen ein. Hier waren gesetzlich Versicherte im vergangenen Jahr 14,1 Tage krankgeschrieben. In der Region Hannover lag der Wert laut AOK höher: Die Zahl der Fehltage betrug 19 Tage. Den niedrigsten Krankenstand in Niedersachsen hatte 2012 laut AOK-Erhebungen der Kreis Wittmund (15 Tage), den höchsten der Kreis Holzminden (21 Tage).

Die häufigsten Ursachen bundesweit sind Erkrankungen an Muskeln und Skelett (Verstauchungen, Brüche), Atemwegserkrankungen, psychische Störungen und Herz-Kreislauf-Leiden.

Im Vergleich zu früheren Zeiten sind die krankheitsbedingten Fehltage allerdings stark gesunken. Noch 1970, dem  Jahr der Einführung der Lohnfortzahlung, fehlten bundesdeutsche Arbeitnehmer im Durchschnitt 21 Tage; 1990 lag der Wert bei immerhin 19 Tagen.

Volker Müller, Hauptgeschäftsführer der Unternehmerverbände Niedersachsen, lobte denn auch das „weiterhin sehr niedrige Niveau“ der Krankmeldungen. „Angesichts des demografischen Wandels sind neue Initiativen und Projekte bei der betrieblichen Gesundheitsförderung anzuschieben“, sagte Müller der HAZ.