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Deutschland / Welt Deutsche Müllexporte nach Malaysia verzehnfacht
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Deutsche Müllexporte nach Malaysia verzehnfacht
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05:00 22.06.2019
Ein Container mit Kunststoffabfällen aus Australien wird in Port Klang, Malaysia, gefüllt. Der Plastikabfall aus den großen Industrienationen – auch aus Deutschland – landet oft in anderen Ländern. Derzeit vor allem in Südostasien. Quelle: Vincent Thian/AP/dpa
Berlin

Die deutschen Plastikmüllexporte nach Malaysia haben sich im Laufe der vergangenen zehn Jahre verzehnfacht. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine schriftliche Frage der Grünen-Bundestagsfraktion hervor, die dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) vorliegt.

Den Angaben des Bundesumweltministeriums zufolge wurden im Jahr 2009 noch 12.065 Tonnen mit Kunststoffabfällen nach Malaysia exportiert. Im vergangenen Jahr betrug die Menge 130.000 Tonnen; das Ministerium bezieht sich dabei auf eine vorläufige Schätzung des Bundesumweltamtes nach einer Auswertung von Daten der Außenhandelsstatistik.

Grüne pochen auf Recycling

Deutschland darf Staaten wie Malaysia nicht länger als Mülldeponie für unseren Plastikabfall missbrauchen“, sagte Bettina Hoffmann, Sprecherin für Umweltpolitik der Grünen-Bundestagsfraktion. „Plastikmüll, der in Deutschland anfällt, muss auch hier verwertet werden“, so Hoffmann. Dafür müsse die Bundesregierung ein Abfallvermeidungsziel gesetzlich verankern und mehr Recyclingkapazitäten schaffen.

China will den Müll nicht mehr

Ein erheblicher Sprung der nach Malaysia exportierten Abfallmengen vollzog sich den Daten zufolge von 2017 (75.242 Tonnen) auf 2018 (130.000 Tonnen). Der Grund dafür liegt in China: Peking hat Anfang 2018 eine Importbeschränkung für verschiedene Abfallströme erlassen.

Dieser Importstopp betrifft insbesondere unsortierte Kunststoffabfälle. Zuvor wurden aus Deutschland rund 560.000 Tonnen Kunststoffmüll nach China exportiert – vor allem Industrie- und Gewerbeabfälle.

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Nach den chinesischen Importbeschränkungen setzten Ausweichbewegungen ein – und Malaysia rückte verstärkt in den Fokus deutscher Müllexporteure. Malaysia ist inzwischen das wichtigste Zielland für Abfallexporte aus Deutschland. 13 Prozent der insgesamt 1,04 Millionen Tonnen exportierter Kunststoffabfälle gingen nach Angaben den Branchendienstes EUWID 2018 nach Malaysia. Die Abfälle landen dort auf ungesicherten, teils illegalen Deponien. Von dort wird der Müll oft in Flüsse verbracht und gelangt dann ins Meer.

Malaysia kündigt Retouren an

Der Regierung in Kuala Lumpur stinkt es – sie hat inzwischen angekündigt, Kunststoffabfälle in die Ursprungsländer zurückzuschicken. In ihrer Antwort auf die schriftliche Frage der Grünen-Abgeordneten Hoffman teilt die Bundesregierung mit, ihr sei keine Ankündigung Malaysias bekannt, wonach das südostasiatische Land Müll auch zurück nach Deutschland schicken wolle.

Anfang Mai einigten sich fast alle Länder der Erde in Basel auf einen transparenteren Umgang mit dem An- und Verkauf von schwer zu recycelndem Plastikmüll. Das Müllexport-Abkommen sieht vor, dass fortan Staaten, die kontaminierten, gemischten oder nicht recycelbaren Plastikmüll exportieren, zunächst die Genehmigung der Importnationen einholen müssen. Bislang war der Export von Kunststoffabfällen auf privatwirtschaftlicher Basis ohne staatliche Kontrollen möglich.

Neue Regeln sind „erster Schritt“

Grünen-Politikerin Hoffmann sieht darin nur einen „ersten Schritt“, um die Verschmutzung der Meere mit Plastik einzudämmen. „Notwendig ist ein generelles Exportverbot für Plastikabfälle in Länder, in denen die Recycling-Infrastruktur schlechter ist als in Deutschland“, fordert Hoffmann.

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Von Marina Kormbaki/RND

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