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Deutschland / Welt De Maizière streicht und verkleinert rund 120 Bundeswehrstandorte
Nachrichten Politik Deutschland / Welt De Maizière streicht und verkleinert rund 120 Bundeswehrstandorte
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14:42 26.10.2011
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Berlin

Radikale Schrumpfkur für die Bundeswehr: Mehr als 120 der bundesweit 400 Standorte werden geschlossen oder drastisch verkleinert. Schleswig-Holstein trifft es am härtesten. Dort fallen acht Standorte weg, die Zahl der Dienstposten pro 1000 Einwohner verringert sich von 9,2 auf 5,4. In ganz Ostdeutschland zieht sich die Bundeswehr dagegen nur von fünf Standorten zurück.

Das Konzept von Verteidigungsminister Thomas de Maizière wurde am Mittwoch vom Kabinett gebilligt. Am Nachmittag will der CDU-Politiker es der Öffentlichkeit vorstellen. 31 Standorte werden komplett geschlossen, davon sechs große mit mehr als 1000 Dienstposten. 90 werden drastisch verkleinert, das heißt um 50 Prozent oder mehr als 500 Dienstposten. 33 davon schrumpfen so stark, dass sie künftig mit weniger als 15 Soldaten oder Zivilisten ausgestattet sind und gar nicht mehr als Standorte geführt werden.


Der Minister betonte, dass die Truppe trotzdem in der Fläche präsent bleibe. Allerdings müsse sie so stationiert werden, dass sie ihren Auftrag „auch unter den Bedingungen eines zu konsolidierenden Bundeshaushaltes und mit geringeren Umfangzahlen“ erfüllen könne, schreibt de Maizière in seinem Konzept.

Zu den spektakulärsten Schließungen zählt der als „Wiege der Luftwaffe“ geltende Fliegerhorst im bayerischen Fürstenfeldbruck mit rund 800 Soldaten und 700 Zivilbeschäftigten. Das Flottenkommando aus dem schleswig-holsteinischen Glücksburg mit 920 Soldaten wird nach Rostock verlagert. Aus dem baden-württembergischen Sigmaringen wird der Stab der 10. Panzerdivision mit 1860 Posten abgezogen.

In sechs Bundesländern werden keine Standorte geschlossen. Neben den Stadtstaaten Berlin, Hamburg und Bremen handelt es sich um das Saarland, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Allerdings sind alle Bundesländer über eine Verkleinerung der Standorte von Kürzungen betroffen. Das Saarland verliert sogar fast die Hälfte seiner Dienstposten.

Die Stationierung der Bundeswehr in Deutschland – Eine Übersicht zum Herunterladen

Die Stationierung der Bundeswehr in Deutschland (4 MB)

Die Standortentscheidung de Maizières (CDU) ist die letzte wichtige Weichenstellung im Zuge der Bundeswehrreform - nach dem Aussetzen der Wehrpflicht sowie der Festlegung der Truppenstärke und der Grobstrukturen. Die Bundeswehr soll von ursprünglich 250.000 auf bis zu 185.000 Soldaten schrumpfen. Die Zahl der Zivilbeschäftigten sinkt von 76.000 auf 55.000.

Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) forderte im Deutschlandfunk finanzielle Unterstützung des Bundes für die nun notwendigen Umstrukturierungen in den betroffenen Kommunen. Das Programm müsse eine dreistellige Millionenhöhe haben.

Folgen für Hannover

Auch Hannover ist von einer starken Reduzierung betroffen. Zukünftig werden statt 2320 Soldaten und zivilen Angestellten nur noch 1290 Bundeswehrangehörige in der Landeshauptstadt beschäftigt sein. Der Stab der 1. Panzerdivision wird nach Oldenburg verlegt, das Feldjägerbataillon 152, das Kreiswehrersatzamt und die Wehrbereichsverwaltung werden aufgelöst.

Im Gegenzug soll in Zukunft das Kommando Feldjäger seinen Sitz in Hannover haben. Es ist bundesweit für alle Feldjäger verantwortlich. Wie viele Soldaten dort beschäftigt sein werden, wurde am Mittwoch noch nicht bekannt. Vermutlich werden es aber unter 200 sein.

dpa/vmd/tfi