Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Dänischer Palast von Trumps Absage in Grönland-Debatte überrascht
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Dänischer Palast von Trumps Absage in Grönland-Debatte überrascht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:52 28.08.2019
Donald Trump, Präsident der USA. Quelle: Alex Brandon/AP/dpa

Der dänische Königspalast hat die Absage des Besuchs von US-Präsident Donald Trump wegen der Kaufdebatte um Grönland offenbar nicht erwartet. Die Nachricht sei "eine Überraschung" gewesen, sagte Palastsprecherin Lene Balleby am Mittwoch der Nachrichtenagentur AP. Weitere Kommentare habe man nicht. Das Königshaus hatte Trump formell zu seinem Besuch am 2. und 3. September eingeladen. Das Weiße Haus bestätigte die Absage.

Trumps Kaufinteresse an Grönland beschäftigt seit mehreren Tagen die internationale Presse. Der Präsident hat das Thema mehrfach angesprochen. Im Gegenzug hat die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen genauso wie der grönländische Ministerpräsident Kim Kielsen betont, ein Verkauf sei ausgeschlossen. Grönland ist ein autonomes Außengebiet Dänemarks.

Trump sagt Dänemark-Besuch ab

Via Twitter verkündete Trump, seinen Besuch in Dänemark werde er auf ein anderes Mal verschieben. Frederiksens Direktheit "konnte sowohl den Vereinigten Staaten als auch Dänemark viel Geld und Mühe sparen. Ich danke ihr dafür und freue mich darauf, das Treffen irgendwann in der Zukunft nachzuholen", schrieb er.

"Sehr besonderes Land mit unglaublichen Menschen"

Dänemark sei zwar ein "sehr besonderes Land mit unglaublichen Menschen". Aber da Frederiksen erklärt habe, kein Interesse an einer Diskussion zum Verkauf Grönlands zu haben, entfalle das Treffen.

Frederiksen hat ernüchtert auf die Absage des Besuchs von US-Präsident Donald Trump reagiert. Sie habe sich auf die für Anfang September geplante Visite gefreut und sei „enttäuscht und überrascht“, sagte Frederiksen an Mittwoch. „Die Vereinigten Staaten sind einer unserer engsten Verbündeten“, sage sie. Die Einladung für eine stärkere strategische Zusammenarbeit mit den Amerikanern in der Arktis bleibe bestehen.

Ex-Außenminister Martin Lidegaard sagte dem Sender TV2, das Ganze sei eine "diplomatische Farce". Trumps Verhalten sei "grotesk" und er spiele "die beleidigte Leberwurst". Ex-Ministerpräsidentin Helle Thorning-Schmidt twitterte, die Absage sei beleidigend für die Menschen in Grönland und in Dänemark.

Der Chef der größten dänischen Polizeigewerkschaft, Claus Oxfeldt, wurde in den dänischen Medien damit zitiert, dass die Behörden sehr beschäftigt mit den Vorbereitungen für Trumps Besuch gewesen seien. "So weit ich weiß, ist die Frustration darüber groß, wie viel Zeit für einen Besuch aufgewendet worden ist, der abgesagt wurde."

Lesen Sie auch: Keine Gespräche über Grönland-Verkauf? Trump sagt Dänemark-Besuch ab

Vor wenigen Tagen hatte Trump noch gesagt, ein etwaiger Kauf Grönlands habe für seine Regierung keine oberste Priorität - auch wenn der Besitz der Insel strategisch interessant sei. Er witzelte sogar darüber und twitterte ein bearbeitetes Foto von einem riesigen, goldfarbenen Trump-Tower in einem kleinen Dorf in Grönland. Dazu schrieb er: "Ich verspreche, das Grönland nicht anzutun!"

In Dänemark und Grönland wurde zwischenzeitlich vehement wiederholt, die Insel stehe nicht zum Verkauf. Es handele sich um eine "absurde Diskussion", kritisierte Frederiksen. Und Kielsen erklärte gegenüber der AP, Trumps Idee sei "nichts, über das man Witze macht".

Trump sollte in wenigen Tagen zu einer Reise nach Dänemark und Polen aufbrechen. Es wird erwartet, dass er in Polen weiter an einer Gedenkveranstaltung zum 80. Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs teilnimmt.

Lesen Sie auch: Wieder Rassismusvorwürfe gegen US-Präsident Donald Trump

RND/AP

Mehr als 150 Flüchtlinge sind am Dienstag in Deutschland angekommen. Die Bundesregierung hat zugesagt, über das EU-Resettlement-Programm insgesamt 10.200 besonders schutzbedürftige Menschen auf Dauer aufzunehmen.

21.08.2019

Die USA kritisieren Deutschland für mangelnde Militärausgaben und erwägen auch deshalb einen Teilabzug ihrer Truppen. Ganz alleine kommen sie für die Stationierung ihrer etwa 36 000 Soldaten hierzulande aber nicht auf.

21.08.2019

Der Solidaritätszuschlag auf die Einkommenssteuer soll für 90 Prozent der Bürger entfallen. Das hat zumindest einen symbolischen Vorteil. Denn mit dem Soli verschwinden auch die Missverständnisse, die mit ihm verbunden sind.

21.08.2019