Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Chile: Neue gewalttätige Proteste trotz Ministeraustauschs
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Chile: Neue gewalttätige Proteste trotz Ministeraustauschs
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:37 29.10.2019
Chile, vor allem die Hauptstadt Santiago, befindet sich weiter im Ausnahmezustand. Quelle: imago images/Le Pictorium
Santiago

Die teils gewalttätigen Proteste gegen soziale Missstände in Chile halten trotz Gegenmaßnahmen der Regierung an. Am Montag (Ortszeit) versammelten sich erneut Tausende Demonstranten im Zentrum der Hauptstadt Santiago. Eine Gruppe setzte ein Gebäude mit einem Fast-Food-Lokal und Geschäften in Brand. Die Feuerwehr kämpfte gegen die Flammen. Andere plünderten eine Apotheke, zudem gab es einen Versuch, eine U-Bahn-Station anzuzünden.

Ausgelöst wurden die Unruhen durch eine relativ geringfügige Anhebung der U-Bahn-Fahrpreise, die inzwischen zurückgenommen wurde. Doch weiteten sich die Proteste rasch aus in eine Massenbewegung gegen Ungleichheit in einem der wohlhabendsten Länder Lateinamerikas. Mindestens 20 Menschen wurden der Regierung zufolge bei den seit zehn Tagen anhaltenden Unruhen getötet. Es ist jedoch unklar, wie viele von ihnen durch die Polizei oder durch Plünderer umkamen.

Chile: Anhaltende Proteste trotz versprochener Maßnahmen

Mindestrenten aufgestockt und Kabinett umgebildet: Aktivisten wollen mehr

Um die Proteste einzudämmen, kündigte die Regierung von Präsident Sebastián Piñera Anhebungen beim Mindestlohn an, stockte die Mindestrenten auf und setzte eine Erhöhung des Strompreises aus. Zuletzt ersetzte Piñera zudem acht seiner Kabinettsminister durch jüngere Politiker, die als gemäßigter und zugänglicher gelten. Die Personalwechsel nahm der Staatschef in wichtigen Ressorts wie Inneres, Finanzen, Wirtschaft und Arbeit vor. "Chile hat sich verändert und die Regierung muss sich ändern", erklärte Piñera.

Aktivisten zeigten sich indes unzufrieden mit den jüngsten Maßnahmen der Regierung. "Ein neues Kabinett ist nicht genug, wir brauchen echten Wandel bei Gesundheitsversorgung, Bildung, Renten", sagte der 34-jährige Omar Soto, Inhaber eines Handy-Geschäfts.

Mehr zum Thema

Wahl in Argentinien: Strahlender Sieger mit großer Fallhöhe

Ecuador: Zu Besuch in einem Land am Abgrund

Unruhen in Chile: Auswärtiges Amt rät zu Vorsicht

RND/AP

Sorge am Vormittag um Peter Altmaier: Der Bundeswirtschaftsminister stürzt nach einer Rede auf dem Digitalgipfel in Dortmund beim Verlassen der Bühne. Aus Regierungskreisen verlautete, Altmaier habe sich das Nasenbein gebrochen. Jetzt meldete sich der Minister selbst zu Wort und gab Entwarnung.

29.10.2019

Die 150 Stunden Waffenruhe, die die Türkei und die syrische Regierung vereinbart hatten, laufen heute aus. Bis um 16 Uhr müssen die kurdischen Milizen die nordsyrischen Grenzgebiete verlassen haben. Anderenfalls will die Türkei ihren Einmarsch fortsetzen - und droht schon mal mit neuen Angriffen.

29.10.2019

Wegen der militärischen Offensive in Nordsyrien steht die Türkei international heftig in der Kritik. Immer wieder werden Stimmen laut, die den Ausschluss des Landes aus der Nato fordern. Außenminister Maas ist klar dagegen, die Mehrheit der Bevölkerung hat er jedoch nicht auf seiner Seite.

29.10.2019