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Deutschland / Welt Castor-Transport nähert sich mit Verspätung Lubmin
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Castor-Transport nähert sich mit Verspätung Lubmin
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11:33 17.02.2011
Atomkraftgegner besetzen am frühen Donnerstagmorgen bei Kemnitz (Kreis Ostvorpommern) die Gleise der Bahnstrecke zum Zwischenlager Nord bei Lubmin.
Atomkraftgegner besetzen am frühen Donnerstagmorgen bei Kemnitz (Kreis Ostvorpommern) die Gleise der Bahnstrecke zum Zwischenlager Nord bei Lubmin. Quelle: dpa
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Gebremst durch mehrere Gleisbesetzungen in Mecklenburg-Vorpommern und eine Ankettaktion rund 80 Kilometer vor Lubmin nähert sich der Atommüll-Transport aus Karlsruhe verspätet dem Ziel. Vor dem Zwischenlager Nord bei Lubmin warteten am frühen Donnerstagmorgen noch etwa 100 Atomkraftgegner. Mit der Besetzung des Anschlussgleises zum Zwischenlager wollen sie den Zug mit den fünf Castor-Behältern aus der früheren Wiederaufarbeitungsanlage erneut aufhalten. Er war bereits für 4.30 Uhr erwartet worden.

„Die Zeiten der stillen Atommülltransporte in den Nordosten Deutschlands sind definitiv vorbei“, betonte Sophie Hirschelmann, Sprecherin des Anti-Atom-Bündnis Nordost. Nachdem zuvor sämtliche Blockaden im Land weitgehend friedlich aufgelöst worden waren, ging die Polizei am Morgen 10 Kilometer vor Lubmin, in Kemnitz, gewaltsam gegen Gleisbesetzer vor. „Es wurde geschubst, getreten und geschlagen“, berichtete eine Augenzeugin. „Die Blockade wird zeitnah geräumt“, sagte ein Polizeisprecher. Er bestätigte den Einsatz „einfacher körperlicher Gewalt“.

Schon beim Start an der ehemaligen Wiederaufarbeitungsanlage in Karlsruhe in der Nacht zum Mittwoch hatten hunderte Atomkraftgegner die Gleise blockiert. Anschließend war der Castor-Transport auch in Halle (Sachsen-Anhalt), Rastow, Schwerin, Rostock und bei Ribnitz-Damgarten (Mecklenburg-Vorpommern) von Umweltaktivisten zu außerplanmäßigen Stopps gezwungen worden.

Der Zug wurde von einem massiven Polizeiaufgebot quer durch Deutschland begleitet. Früheren Angaben zufolge sollten insgesamt etwa 7000 Beamte von Bund und Ländern im Einsatz sein. Die Lagerung der 56 Tonnen radioaktiven Abfalls aus Karlsruhe in Lubmin ist heftig umstritten. Das von den bundeseigenen Energiewerken Nord betriebene Zwischenlager war ursprünglich nur für Atommüll aus den ostdeutschen Atomanlagen in Lubmin und Rheinsberg vorgesehen.

dpa

16.02.2011
16.02.2011