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Deutschland / Welt Cartoonist Ralph Ruthe regt auf Twitter Ost-West-Dialog über AfD an
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Cartoonist Ralph Ruthe regt auf Twitter Ost-West-Dialog über AfD an
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16:37 28.05.2019
Ralph Ruthe sucht auf Twitter das Gespräch mit Ostdeutschen.  Quelle: Screenshot/twitter.com/ralphruthe
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Berlin

Schon wieder hat die AfD im Osten bei Wahlen triumphiert. Nach der EU-Wahl zeigt sich ein klares Bild, das viele Beobachter längst ahnten und nun bestätigt sehen: Deutschland driftet politisch immer weiter auseinander. Im Westen grün, im Osten blau.

Cartoonist und Komiker Ralph Ruthe macht diese Entwicklung Sorgen. Der Bielefelder positioniert sich seit Jahren gegen Homophobie und Fremdenhass, für Seenotrettung und Klimapolitik. Nun fragt er auf Twitter die Brandenburger und Sachsen unter seinen 431 000 Followern, was getan werden müsste, damit im Osten weniger Menschen die AfD wählen. „Ich hab von NRW aus null Einblick, wie sich das ändern lässt, eure Meinung interessiert mich sehr“ schreibt Ruthe und bekommt fast 1.000 teils sehr persönliche und ausdifferenzierte Antworten.

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Viele Twitter-Follower erklären die rechten Tendenzen mit der Abwanderung der jungen und gebildeten Menschen aus ländlichen Regionen und Kleinstädten. Daraus folge eine Vergreisung und Isolierung.

Die schlechte Infrastruktur tue ihr übriges: Pendeln in größere Städte dauert zu lang.

Eine Nutzerin schlussfolgert eine Negativ-Spirale: Nach den Wahlergebnissen will natürlich erst recht niemand mehr in die ländlichen AfD-Hochburgen ziehen. In vielen Orten gebe es kaum Bürgerbeteiligung oder öffentliche Diskussionen über kommunale Anliegen. Ein Lösungsvorschlag kommt von vielen Diskussionsteilnehmern: Das Landleben im Osten wieder attraktiv machen.

In den Antworten spielt auch ein nach wie vor schwieriges Verhältnis zum Westen eine Rolle. Viele Ostdeutsche beschreiben Ignoranz und Verachtung, die sie selbst von Menschen aus dem Westen erfahren haben. Eine Nutzerin fasst es als „Das Gefühl, dein ganzes Leben bis 1989 war falsch“ zusammen. Und dann wähle man eben lieber die gefühlte „Ost-Partei“ anstatt die etablierten „Wessi-Parteien“.

Natürlich äußern viele User auch, dass oft eine Mischung aus vielen Faktoren die Menschen bewegt, rechte Populisten zu wählen.

Und das dagegen nur oft nur Bildung und ein Dialog hilft. „Aufklären, aufklären, aufklären. Aber nicht herablassend sondern auf Augenhöhe“, wünscht sich ein Twitter-User.

Von lis/RND