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Deutschland / Welt CSU-Parteitag lehnt Urwahl des Kanzlerkandidaten ab
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20:16 18.10.2019
CSU-Chef Markus Söder sprach sich gegen eine Urwahl aus. Quelle: Getty Images
München

CSU-Chef Markus Söder ging extra noch mal ans Rednerpult des CSU-Parteitags. „Es stärkt die CSU mehr, wenn wir am bisherigen Verfahren festhalten“, argumentiert er. Die Junge Union hatte einen Antrag auf die Tagesordnung gesetzt: „Der gemeinsame Kanzlerkandidat der CDU/CSU wird per Urwahl von allen Mitgliedern beider Parteien bestimmt“, hieß es darin. Die Mitglieder sollten an grundlegenden Entscheidungen beteiligt werden. „Auch dadurch kann die Mitgliedschaft in der CSU einen echten Mehrwert bieten, was sie attraktiver für Neumitglieder macht.“

Söder reagierte: „Es kommt darauf an, zwischen Theorie und Praxis die richtige Balance zu finden.“

Söder: CSU würde Kanzler-Anspruch verlieren

Er führte fort: „Wenn jemand dann nur 30, 25 Prozent hat, lebt er immer mit dem Makel, dass er oder sie nicht der Herzenskandidat oder die Herzenskandidatin ist.“ Weil die CDU mehr Mitglieder habe als die nur in Bayern vertretene CSU, würde die CSU mit einer Urwahl den Anspruch auf einen Kanzlerkandidaten der eigenen Partei aufgeben. „Dann ist es so, dass wir als CSU im Zweifelsfall abnicken können.“ Die SPD zeige mit ihrer Suche nach einem Parteivorsitzenden per Mitgliederentscheid, dass dies bei Personalfragen ein schlechtes Verfahren sei. Auch die baden-württembergische CDU, die ihren Spitzenkandidaten für die Landtagswahl und den Parteichef durch Mitgliederentscheid bestimmt habe, habe damit schlechte Erfahrungen gemacht.

CSU lehnt Urwahl ab

Die CSU stimmte in offener Abstimmung mehrheitlich gegen die Urwahl. Damit dürfte das Thema in der Union vom Tisch sein, auch wenn die Junge Union die Urwahl noch beim CDU-Bundesparteitag zur Abstimmung stellen will. Auch die ultrakonservative Werte-Union plant dies. Ein Ja des CDU-Parteitags würde nun allerdings ein Zerwürfnis mit der CSU bedeuten – über die Kanzlerkandidatur entscheiden die Schwesterparteien gemeinsam.

Die Forderung nach einer Urwahl gilt in der Union als Versuch, CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer als Kanzlerkandidatin zu verhindern und stattdessen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz auf den Schild zu heben.

Von Daniela Vates/RND

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