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Deutschland / Welt Bundesamt für Naturschutz sieht kein Problem mit Wölfen
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Bundesamt für Naturschutz sieht kein Problem mit Wölfen
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12:43 01.10.2019
Dieser Wolf ist kein Problemwolf, er steht in einem Gehege im Wildpark Neuhaus. Quelle: Swen Pförtner/dpa
Bonn

Das Bonner Bundesamt für Naturschutz hält die derzeitigen Regelungen zum Umgang mit Wölfen für ausreichend. Es genüge, Weidetiere einzuzäunen und Problemwölfe im äußersten Notfall abzuschießen, sagte Präsidentin Beate Jessel der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Viele Wölfe blieben unauffällig, ihre Hauptnahrungsquelle seien Rehe und Wildschweine. Zudem sei ihre Zahl bei rund 100 Rudeln und Paaren nicht so hoch, "wie immer wieder behauptet wird".

Der Wolf reiße zwar auch Weidetiere, wenn sie leicht zu erbeuten seien. Dagegen helfe aber ein mindestens 1,20 Meter hoher Elektrozaun. "Das A und O ist ein vernünftiger Herdenschutz - auch wenn das viele Weidetierhalter nicht hören wollen", sagte Jessel. Komme ein Wolf mit einem solchen Zaun in Kontakt, werde er künftig einen Bogen um so geschützte Schafe machen.

Gelinge es einzelnen Wölfe dennoch mehrfach, solche Schutzmaßnahmen zu überwinden, bestehe jetzt schon die Ausnahmemöglichkeit, sie abzuschießen, erklärte sie. In Niedersachsen und Schleswig-Holstein werden seit einigen Monaten zwei solcher Problemwölfe gejagt - bislang erfolglos.

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In Nordrhein-Westfalen mit drei ausgewiesenen Wolfsgebieten und einer sogenannten Pufferzone listet das Landesamt für Umwelt und Naturschutz für das laufende Jahr rund 40 belegte Nutztierrisse durch Wölfe auf. Sogenannte Problemwolf-Fälle liegen nicht vor. In NRW gibt es seit einigen Jahren vereinzelte Hinweise auf durchziehende Tiere, jeweils eine Wölfin ist im Bereich Schermbeck und im Bereich des Truppenübungsplatzes Senne standorttreu geworden.

Unionsfraktionsvize fordert "wolfsfreie Zonen"

Gitta Connemann, Fraktionsvize der Union im Bundestag, sprach sich indes für "wolfsfreie Zonen" in Deutschland aus. Dass sich das Raubtier von Zäunen aufhalten lasse, sei "ein Ammenmärchen", sagte die CDU-Politikerin der Zeitung. Der Bestand der Raubtiere müsse durch gezielten Abschuss reguliert werden.

Die Bundesregierung hatte eine Reform des Bundesnaturschutzgesetzes beschlossen, die allerdings noch durch den Bundestag muss. Connemann kündigte an, hier für weitere Verschärfungen kämpfen zu wollen. Eine Umfrage der Zeitung unter den Bundesländern hatte im Juni ergeben, dass im vergangenen Jahr 1.664 Schafe, Ziegen und andere Nutztiere sehr wahrscheinlich oder nachweislich von Wölfen getötet wurden.

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RND/epd

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