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Deutschland / Welt Brandgefahr: Erster Politiker fordert „Wald-Verbot“ für alle
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Brandgefahr: Erster Politiker fordert „Wald-Verbot“ für alle
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12:51 24.06.2019
Die Waldbrandgefahr wächst. In der Politik wird nun der Ruf nach einem „Waldbetretungsverbot“ laut. Quelle: Patrick Pleul/zb/dpa
Berlin

Der FDP-Agrarexperte Karlheinz Busen fordert angesichts der hohen Brandgefahr, den Zutritt zu Deutschlands Wäldern vorübergehend zu verbieten. „Die Wälder in Deutschland sind extrem trocken, vor allem in Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Sachsen. Es herrscht höchste Waldbrandgefahr“, sagte der Bundestagsabgeordnete dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). „Der Wald ist jetzt kein Ort der Erholung für Menschen mehr, sondern braucht selbst Erholung.“ Abseits größerer befahrbarer Wege sollten sich derzeit daher nur noch geschulte Personen wie Förster oder Jäger aufhalten dürfen.

„Für alle anderen Personen muss ein Waldbetretungsverbot verhängt werden – mit empfindlichen Ordnungsgeldern bei Verstößen“, so Busen weiter. „Es geht dabei auch um den Schutz von Menschenleben: Ein einmal ausgebrochener Brand wird bei der aktuellen Trockenheit der Wälder schnell auch zur Falle für Waldspaziergänger.“

Ein Funke genügt

In dem besonders gefährdeten Bundesland Brandenburg steigt die Waldbrandgefahr an. „Die ersten Brände wurden schon gemeldet“, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte Raimund Engel am Montag auf Anfrage. So sei in der Lieberoser Heide ein Brand ausgebrochen. Vor allem der Wind bereite Sorgen: Schon ein Funke reiche wegen der Trockenheit aus, um einen Brand zu entfachen, sagte Engel.

Am Mittwoch werden in Brandenburg Temperaturen um 34 bis 39 Grad erwartet. Derzeit gilt nach Angaben des Landesumweltministeriums in den Landkreisen Potsdam Mittelmark, Barnim, Havelland und Spree-Neiße sowie Cottbus schon die höchste Waldbrandwarnstufe fünf. Engel rechnet damit, dass in den nächsten Tagen landesweit Stufe fünf gelten werde.

Seit Jahresanfang wurden den Angaben zufolge 220 Waldbrände in dem Bundesland registriert. 885 Hektar waren betroffen - allein 744 Hektar wurden Anfang Juni bei dem bislang größten Waldbrand der vergangenen Jahrzehnte in Brandenburg auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz bei Jüterbog in Mitleidenschaft gezogen.

Statistik zeigt Zunahme von Waldbränden

In deutschen Wäldern hatte es im extremen Wetterjahr 2018 mehr als 1700 Mal gebrannt. Das seien viermal so viele Waldbrände wie im Vorjahr (gut 400). Die Zahlen gehen aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion hervor. Demnach zerstörten die Feuer mehr als 2300 Hektar Wald - fast sechsmal so viel wie im Jahr zuvor (knapp 400 Hektar).

Dabei musste die Feuerwehr dem Bericht zufolge im Osten Deutschlands wesentlich häufiger ausrücken als im Westen: Die mit Abstand meisten Waldbrände verzeichnete Brandenburg mit gut 500. Es folgten Sachsen (rund 200) und Sachsen-Anhalt (gut 180).

Im Vergleich zu 2016 - dem letzten Jahr mit einem vergleichbar heißen Sommer - hat sich die Zahl der Waldbrände allein auf Flächen des Bundes 2018 nahezu verdoppelt (gut 150). Zerstört wurde dabei eine mehr als doppelt so große Fläche wie 2016.

Lesen Sie auch: Hitzerekorde, schwere Gewitter und Waldbrände: Meteorologen erwarten weiter extremes Wetter

Von Rasmus Buchsteiner/RND

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