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Deutschland / Welt Boko Haram schlägt erneut zu
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Boko Haram schlägt erneut zu
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08:29 12.05.2014
Foto: Unter dem Motto „Bring back our girls“ protestierten am Wochenende zahllose Menschen weltweit für die Befreiung von 200 Schulmädchen.
Unter dem Motto „Bring back our girls“ protestierten am Wochenende zahllose Menschen weltweit für die Befreiung von 200 Schulmädchen. Quelle: dpa
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Abuja

Vor der Sprengung der Brücke hätten die islamistische Terrororganisation das naheliegende Dorf Limankara dem Erdboden gleichgemacht, berichteten lokale Medien am Sonntag unter Berufung auf Zeugen und Sicherheitskräfte. Ob es bei dem Anschlag Tote gab, war zunächst unklar.

Die Angreifer hätten auch die Familie eines Polizeibeamten entführt, darunter seine Frau und zwei Kinder. Mehr als 3000 Menschen seien auf der Flucht. Die Brücke verband zuvor die beiden Bundesstaaten Borno und Adamawa, die seit Jahren besonders schwer von der Boko Haram terrorisiert werden. Sie galt auch als ein möglicher Zugang zum dichten Sambisa-Wald, in dem die Extremisten Camps unterhalten.

Erst am Donnerstag hatten Islamisten einen Bombenanschlag auf eine Brücke in dem Dorf Gamboru Ngala an der Grenze zu Kamerun verübt und 30 Menschen in den Tod gerissen. Die Zeitung „Premium Times“ spekulierte, die Zerstörung der Brücke in Limankara solle es den Suchtrupps erschweren, nach über 200 entführten Schülerinnen zu fahnden, die vor einem Monat von der Boko Haram verschleppt worden waren. Die nigerianischen Behörden vermuten, dass sie in den Wäldern der Region festgehalten werden. Jedoch schrieb die Zeitung „Punch“ am Sonntag, einige der Mädchen seien in der Zentralafrikanischen Republik gesichtet worden. „Seit Freitag gibt es Berichte, dass mehrere der verschleppten Schülerinnen in Birao in Zentralafrika gesehen wurden. Birao ist ein kleiner Ort im Norden des Landes“, hieß es. Dorfbewohner sprachen von 50 Jugendlichen, die in Begleitung bewaffneter Männer gewesen seien.

Zur Flucht gezwungen

Der Terror der islamischen Extremisten, die im muslimisch geprägten Norden Nigerias einen Gottesstaat einrichten wollen, treibt immer mehr Menschen zur Flucht in die benachbarten Länder: Rund ein Jahr nach der Verhängung des Ausnahmezustandes in den besonders schlimm betroffenen Bundesstaaten Yobe, Borno und Adamawa wurden dort nach Angaben der Vereinten Nationen 250 000 Menschen vertrieben. Rund 61 000 weitere hätten in Kamerun, Tschad und Niger Zuflucht gesucht, teilte das UN-Flüchtlingskommissariat (UNHCR) unter Berufung auf nigerianische Behörden mit.
Seit 2009 fielen mehr als 6000 Menschen Anschlägen der Extremisten zum Opfer. Allein seit Jahresbeginn soll es mehr als 2000 Tote gegeben haben. Die Armee des Landes hatte im vergangenen Mai eine Offensive gegen die Gruppe begonnen, jedoch ohne nennenswerten Erfolg.

Die amerikanische „First Lady“, Michelle Obama, äußerte sich in einer Botschaft zum Muttertag schockiert über die Massenentführung der überwiegend christlichen Jugendlichen. „Barack und ich sehen in diesen Mädchen unsere eigenen Töchter“, sagte die Frau des US-Präsidenten Barack Obama in einer wöchentlichen Rundfunkansprache, die sonst ihr Mann hält. „Wir sehen ihre Hoffnungen, ihre Träume – und wir können uns die Qualen vorstellen, die ihre Eltern jetzt durchmachen.“ Barack Obama hatte der Regierung in Nigeria in der vergangenen Woche Hilfe angeboten, um die Mädchen zu finden. Auch Großbritannien und Frankreich beteiligen sich an der Suche.

Derweil kamen drei vor einer Woche im Süden Nigerias entführte Niederländer wieder frei. Sie seien bei guter Gesundheit, sagte der Menschenrechtsaktivist Comrade Sunny Ofehe am Sonntag. Der in Rotterdam lebende Nigerianer Ofehe war zusammen mit den Niederländern verschleppt, aber schon kurz darauf wieder freigelassen worden. Bei den Niederländern handelte es sich um einen Dokumentarfilmer sowie Mitarbeiter einer Zeitschrift über das Nigerdelta, die Ofehe herausgibt. Sie berichtet unter anderem über Menschenrechte und die Ölgewinnung von Shell in dem Gebiet.

Hollande lädt wegen Boko-Haram-Terrorismus zu Sicherheitsgipfel ein

Der französische Präsident François Hollande hat angesichts der Entführung von mehr als 200 Mädchen in Nigeria durch die Terrorgruppe Boko Haram einen Sicherheitsgipfel mit mehreren afrikanischen Staaten in Paris angekündigt. Wie die französische Zeitung „Le Monde“ am Sonntag berichtete, sagte Hollande bei einem Besuch in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku vor Journalisten, das Treffen sollte bei einem Einverständnis der Teilnehmer am kommenden Samstag stattfinden. Wie „Le Monde“ unter Berufung auf das Umfeld des Präsidenten schrieb, würden an dem Gipfel Nigeria, der Tschad, Kamerun, der Niger und Benin teilnehmen.

von Carola Frentzen/dpa/naw

12.05.2014
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