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Deutschland / Welt Auftrag an von der Leyen: Aufräumen!
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18:27 30.01.2019
Belächelt, bekrittelt – eine Wahlperiode überstanden: Ministerin Ursula von der Leyen. Quelle: Foto: Metodi Popow/Imago
Berlin

Die Mängelliste ist lang, Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen macht ihren Auftritt kurz. Ein schnelles Statement vor Fernsehkameras, nach anderthalb Minuten ist die Ministerin wieder weg. Eine Botschaft nur soll raus: „Die Truppe wächst“, sagt von der Leyen.

Sie hätte es auch gerne ein bisschen schneller, aber es müsse ja ein Rückstand aus 25 Jahren aufgeholt werden. „Es geht in die richtige Richtung – bergauf.“ Im Schnitt bekomme die Bundeswehr jede Woche einen neuen Panzer, jeden Monat ein neues Flugzeug und jedes Jahr ein neues Schiff. „Einen langen Atem muss man haben“, sagt die Ministerin noch. Sie lächelt kurz. Dann ist sie schon wieder weg.

Die Eile passt gut zu dem Druck, unter dem von der Leyen steht: Am Mittwoch wird die Opposition erneut versuchen, im Bundestag einen Untersuchungsausschuss einzusetzen, der den offenbar sehr laxen Umgang des Ministeriums mit externen Beratern beleuchten soll. Und auch an anderer Stelle wirkt es, als regiere im Wehrressort eine Mischung aus Schlamperei, Sorglosigkeit und mangelnder Übersicht.

Von der Leyen muss demnächst entscheiden, ob das Traditionsschiff „Gorch Fock“ verschrottet oder doch noch mal mit unerwartet hohem Aufwand repariert wird. Es ist auch eine Entscheidung darüber, welcher Kritik sie sich aussetzen will: der des lockeren Umgangs mit Geld oder der des Unverständnisses für Herzensangelegenheiten oder -objekte der Bundeswehr.

Letzteres ist ohnehin der Ruf, der von der Leyen in Teilen der Truppe anhaftet. Mit einer gewissen Zurückhaltung haben es manche in der Bundeswehr aufgenommen, dass Bundeskanzlerin Angela Merkel 2013 erstmals eine Frau zum sogenannten Ibuk machte, zum Inhaber der obersten Befehls- und Kommandogewalt also.

Die einstige Familien- und Arbeitsministerin kümmerte sich dann erst mal nicht um Waffen, sondern um die Familientauglichkeit der Bundeswehr. Manche lächelten, der Wehrbeauftragte aber benennt Familientauglichkeit mittlerweile als wichtig bei der Nachwuchsgewinnung der Bundeswehr.

Wirkliche Feinde im eigenen Haus aber schaffte sie sich, als sie der Truppe recht forsch Führungsversagen attestierte, nachdem ein besonders krass wirkender Fall von Rechtsextremismus aufgetaucht war.

Tatsächlich hat von der Leyen vor allem eines anders gemacht als ihre Vorgänger: Sie hat die endlosen Verzögerungen bei Rüstungsprojekten nicht als Dauerwitz hingenommen, sondern aufgelistet und versucht, daraus Konsequenzen zu ziehen.

Eine Wahlperiode hat von der Leyen in dem Amt bereits überstanden, das ist mehr als viele ihrer Vorgänger. Als Kanzlerinnennachfolgerin gilt sie inzwischen allerdings nicht mehr.

Von Daniela Vates/RND

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