Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Deutschland / Welt Afghanistan: Anschlag in Moschee fordert mindestens 62 Tote
Nachrichten Politik Deutschland / Welt Afghanistan: Anschlag in Moschee fordert mindestens 62 Tote
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:27 18.10.2019
Helfer bringen einen verwundeten Mann mit einer Trage in ein Krankenhaus. Bei einem Anschlag in einer Moschee in der ostafghanischen Provinz Nangarhar sind mindestens 62 Menschen getötet worden. Quelle: Wali Sabawoon/AP/dpa
Kabul

Bei einem Anschlag in einer Moschee in der ostafghanischen Provinz Nangarhar sind mindestens 62 Menschen getötet und weitere mindestens 36 verwundet worden. Das teilte der Sprecher des Provinzgouverneurs, Attaullah Chogiani, am Freitag mit. Unter den Toten und Verletzten seien auch Kinder.

Demnach stürzte aufgrund einer oder möglicherweise mehrerer Explosionen während des Freitagsgebets das Dach der Moschee im Bezirk Haska Mina ein. Was genau die Explosion oder Explosionen auslöste, sei weiter unklar. Das Gotteshaus ist lokalen Behördenvertretern zufolge völlig zerstört. Rund 250 Menschen hätten sich in der Moschee befunden.

Bislang kein Bekenntnis

Bisher bekannte sich niemand zu dem Anschlag. In der Provinz Nangarhar sind die militanten islamistischen Taliban sowie die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) aktiv. Der Bezirk Haska Mina wird lokalen Behördenvertretern zufolge großteils von der Regierung kontrolliert. IS-Kämpfer seien im Vorjahr aus der Gegend vertrieben worden, hätten aber weiterhin eine kleine Präsenz in dem Bezirk. Ein Sprecher der Taliban bestritt auf Twitter eine Beteiligung an dem Anschlag und verurteilte diesen.

Die Provinz Nangarhar verzeichnete laut UN-Angaben in den vergangenen Monaten nach Kabul stets die zweitmeisten zivilen Opfer in Afghanistan. Erst vor rund zehn Tagen wurden bei einem Anschlag in der Provinzhauptstadt Dschalalabad auf einen Bus mit Soldaten mindestens zehn Menschen getötet, darunter ein Kind.

Sind es wieder die Taliban?

Laut der UN-Mission in Afghanistan (Unama) fordert der Konflikt immer mehr zivile Opfer. Die Zahl der verwundeten und getöteten Zivilisten stieg im dritten Quartal um 42 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, hatte Unama am Donnerstag mitgeteilt. Mit fast 1200 Getöteten und mehr als 3100 Verletzten habe man die höchste Zahl ziviler Opfer innerhalb eines Quartals seit Beginn der systematischen Aufzeichnung durch die UN im Jahr 2009 dokumentiert.

Der starke Anstieg zwischen 1. Juli und 30. September sei vor allem auf mehr Opfer durch die Taliban zurückzuführen. Der Anstieg fiel zeitlich mit den fortschreitenden Gesprächen der USA mit den Taliban über eine politische Beilegung des langjährigen Konflikts zusammen. Experten zufolge wollten alle Konfliktseiten durch militärische Erfolge Druck am Verhandlungstisch aufbauen. Anfang September hatte US-Präsident Donald Trump die Gespräche dann kurz vor einer kolportierten Einigung überraschend abgebrochen.

Mehr zum Thema

UN: 46.000 Zivilisten starben seit 2009 in Afghanistan

Tote und Verletzte bei Präsidentenwahl in Afghanistan

RND/dpa/AP

Die Innenminister von Bund und Ländern berieten nach dem Anschlag von Halle über den Schutz von Synagogen. Das ist gut und wird doch nicht reichen. Das zentrale Problem bleibt, dass Antisemitismus längst wieder Alltag geworden ist in Deutschland, kommentiert Markus Decker.

18.10.2019

In Thüringen hat die Polizei am Freitag gleich zwei Wohnungen im Zusammenhang mit der anstehenden Landtagswahl durchsucht. Ein Mann soll im Internet zu schweren Straftaten gegen Grünen-Chef Robert Habeck aufgerufen haben, auch eine Morddrohung gegen ihn soll es gegeben haben. Ein polizeibekannter Rechtsextremist soll sich außerdem Waffen besorgt haben.

18.10.2019

Mit Nordmazedonien und Albanien sollten Verhandlungen über den Beitritt zur EU beginnen. Doch der Plan ging schief, Frankreich setzte sich mit seiner Blockadehaltung beim Gipfeltreffen in Brüssel durch. Warum das Pariser Vorgehen die Glaubwürdigkeit der EU aufs Spiel setzt.

18.10.2019