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Deutschland / Welt AfD-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern droht Rauswurf aus Partei
Nachrichten Politik Deutschland / Welt AfD-Landeschef von Mecklenburg-Vorpommern droht Rauswurf aus Partei
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16:40 27.06.2019
Dem AfD-Landesvorsitzenden von Mecklenburg-Vorpommern, Dennis Augustin, droht wegen einer mutmaßlichen NPD-Vergangenheit der Rauswurf aus seiner Partei. Quelle: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa
Berlin/Schwerin

Einer der beiden AfD-Vorsitzenden von Mecklenburg-Vorpommern, DennisAugustin, gilt als Rechtsaußen-Politiker und ist auch innerhalb seiner eigenen Partei deshalb umstritten. Stolpert er jetzt über Kontakte zur NPD in seiner Jugend? Nach einem Bericht der Tageszeitung „Nordkurier“ vom Donnerstag soll der aus Schleswig-Holstein stammende Augustin 1989 an einem parteiinternen Ausbildungslehrgang der NPD teilgenommen haben.

Dies belegten Fotografien in einer Ausgabe der NPD-Parteizeitung „Deutsche Stimme“ aus jenem Jahr, auf denen Augustin zu sehen sei, schreibt das Blatt. Die Fotos wurden demnach in Italien aufgenommen. Dort habe die NPD ein „Nationaldemokratisches Bildungszentrum“ betrieben. Es habe „Grundlehrgänge“ für vielversprechende Parteikader organisiert, um sie auf eine politische Zukunft in der rechtsextremen Partei vorzubereiten. Der damals 19-Jährige sei als „Grundlehrgangs-Bester“ vom späteren NPD-Chef Udo Voigt ausgezeichnet worden.

Augustin gilt als Rechtsaußen-Politiker und ist Co-Landesvorsitzender der AfD in Mecklenburg-Vorpommern neben Leif-Erik Holm, der zugleich Vizechef der AfD-Bundestagsfraktion ist und dem gemäßigten Lager zugerechnet wird. Zwischen den beiden knirscht es seit Längerem erheblich.

AfD-Politiker fordert Augustins Rücktritt

Auch Holm verlangte Augustins Rücktritt. Dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) sagte er: „Augustin sollte jetzt selbst die Reißleine ziehen, um den bereits entstandenen Schaden für die Partei nicht noch weiter zu vergrößern." Die „Luft werde dünn“ für den stets radikal auftretenden Augustin, sagten Mitglieder des Bundesvorstands.

AfD-Chef Alexander Gauland sagte am Donnerstag: „Die zuständigen Gremien sollten ein Parteiausschlussverfahren einleiten. Wir werden im Bundesvorstand darüber sprechen.“

Augustin äußert sich auf Facebook

Augustin nahm auf Facebook Stellung, bestätigte die Enthüllung und versuchte sie als Jugendsünde abzutun. Er schrieb: „Ja, ich habe mich vor 30 Jahren mal von Gleichaltrigen mitreißen lassen und mir verschiedene Dinge angeschaut. Und dabei bin ich auch mal mit nach Italien gefahren und habe eine Urkunde bekommen.“

Ob er Mitglied der NPD oder ihrer Jugendorganisation war, ließ er offen. Die Organisationen stehen auf der Unvereinbarkeitsliste der AfD.

Von RND/dpa/jps