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Panorama Zwei deutsche Opfer bei Flugzeugabsturz in Libyen
Nachrichten Panorama Zwei deutsche Opfer bei Flugzeugabsturz in Libyen
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16:32 13.05.2010
Es war der erste schlimme Unfall der libyschen Fluggesellschaft Afriqiyah Airways.
Es war der erste schlimme Unfall der libyschen Fluggesellschaft Afriqiyah Airways. Quelle: dpa
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Der Airbus A330-200 der libyschen Gesellschaft Afriqiyah Airways war am Mittwochmorgen beim Anflug auf Tripolis neben der Landbahn aufgeschlagen und zerschellt. 103 Menschen starben. Unter den Todesopfern des Flugzeugabsturzes in der libyschen Hauptstadt Tripolis sind zwei Deutsche. Dies gab der Krisenstab der libyschen Regierung am Donnerstag bekannt. Zudem kamen 70 Niederländer ums Leben. Das meldete die holländische Nachrichtenagentur ANP unter Berufung auf das niederländische Außenministerium. Zuvor war von 61 getöteten Niederländern die Rede gewesen.

Man stehe weiterhin mit den libyschen Behörden in Verbindung, um die Identität der Opfer zu klären, hieß es am späten Abend in Berlin. Am Nachmittag hatte das AA noch erklärt, es gebe keine Hinweise auf deutsche Opfer. An Bord der Unglücksmaschine befanden sich nach Auskunft der Fluggesellschaft 11 libysche Besatzungsmitglieder und 93 Passagiere.

Der Zustand des einzigen Überlebenden ist nach Angaben der Ärzte stabil. Der kleine Junge habe Knochenbrüche und Blutergüsse erlitten, sagte ein Krankenhaus-Mitarbeiter. Der niederländische Sender RTL Nieuws veröffentlichte auf seiner Website ein Video, das den Jungen im Krankenbett zeigt. Ein libyscher Arzt erklärt darin, das Kind habe sich beide Beine gebrochen. Der Junge trägt einen Kopfverband und eine Sauerstoffmaske. Er hat die Augen geöffnet und steht offensichtlich unter Schock. Die Angaben über das Alter des Jungen gehen auseinander. Einem Sprecher am Flughafen zufolge soll er neun Jahre alt sein, andere Quellen berichteten, er sei acht oder zehn Jahre alt.

Auch Stunden nach dem Unglück war die Absturzursache noch unklar. Einen Terroranschlag schlossen die libyschen Behörden aber aus. Ein Augenzeuge will gesehen haben, wie kurz vor dem Aufprall Flammen aus einem Triebwerk schlugen. Die Maschine war in Südafrika gestartet und sollte in der libyschen Hauptstadt landen. Viele der Passagiere wollten von Johannesburg via Libyen nach London, Brüssel, Düsseldorf oder Paris fliegen.

Im libyschen Fernsehen wurde gezeigt, wie an der weiträumig abgesperrten Unglücksstelle der Flugdatenschreiber und der Stimmenrekorder geborgen wurden. Berichte, wonach kurz vor der Landung ein technischer Defekt festgestellt worden sein soll, bestätigten die Behörden nicht. Der Flugzeughersteller Airbus versprach, die Luftfahrtbehörde bei der Untersuchung des Unglücks zu unterstützen und schickte ein Expertenteam nach Tripolis.

Es war der erste schlimme Unfall der libyschen Fluggesellschaft Afriqiyah Airways. Nach Angaben der Europäischen Agentur für Flugsicherheit mit Sitz in Köln hat die erst 2001 gegründete Airline mehrere Sicherheitstests bestanden.

dpa