Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Panorama Zwei Schwerverletzte bei Achterbahnunglück
Nachrichten Panorama Zwei Schwerverletzte bei Achterbahnunglück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:12 22.10.2010
Quelle: dpa
Anzeige

Die Angst fährt in der Achterbahn immer mit. Und oft ist es gerade die Gefahr, dieses kribbelige Gefühl im Bauch, das den Kick des Geschwindigkeitsrausches ausmacht. Dennoch ist es jedes Mal ein Alptraum, wenn dann wirklich etwas passiert - so geschehen am Donnerstagabend im weltberühmten Wiener Prater.

Ein Waggon der Flugachterbahn „Volare“ erfasst mit voller Wucht eine Hebebühne, auf der ein 21-Jähriger gerade mit Lackierarbeiten beschäftigt ist. Der Mann stürzt acht Meter in die Tiefe und verletzt sich lebensgefährlich am Kopf. Auch eine Insassin des Wagens wird schwer verletzt.

Ein Zeuge, der sich gerade in der Nähe der Hochbahn aufhielt, berichtete von einem lauten Knall. Kurz darauf sah er den Waggon mit zwei jungen Frauen. Die eine hing leblos in dem Wagen, die andere - die erstaunlicherweise unverletzt blieb - schrie immer wieder: „Warum kommt niemand? Warum kommt niemand?“

Schnell waren Rettungskräfte vor Ort, die den mazedonischen Arbeiter und die Touristin aus Slowenien mit Helikoptern ins Krankenhaus flogen. Dort kämpften die Ärzte am Freitag um das Leben des Mannes. Die Frau erlitt Knochenbrüche, Prellungen und Kopfverletzungen, schwebte aber nicht mehr in Lebensgefahr.

„Horror auf der Achterbahn“, titelte die Zeitung “Österreich“ am Tag danach. Ursache für die Tragödie war vermutlich ein folgenschweres Missverständnis: Ein Angestellter des Fahrgeschäfts hatte angenommen, dass bereits alle Arbeiter die Hebebühne verlassen hätten. Er nahm die Anlage wieder in Betrieb, ohne zu merken, dass der 21-Jährige noch mit Streicharbeiten beschäftigt war.

„Dieses Unglück ist wegen menschlichen Versagens passiert“, zitierten Medien „Volare“-Betreiber Stefan Sittler-Koidl. Die 2004 in Betrieb genommene Flugachterbahn gilt neben dem berühmten Riesenrad als eine der Hauptattraktionen des Praters. Die Passagiere liegen in den Waggons auf dem Bauch, die unter den Schienen hängen, was ihnen tatsächlich ein Gefühl des „Fliegens“ vermittelt, während das Gefährt über die 420 Meter lange und 23 Meter hohe Bahn rast.

Das Achterbahn-Unglück in Wien war nicht das erste und vermutlich auch nicht das letzte. In vielen großen Vergnügungsparks kam es bereits zu tragischen Unfällen, wenn Achsen brachen, Waggons kollidierten oder Feuer ausbrach. Die Angst fährt immer mit - ein Kick, der zum Horrortrip werden kann.

dpa