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Panorama Zwei Naturkatastrophen kosten mehr als 300 Menschen das Leben
Nachrichten Panorama Zwei Naturkatastrophen kosten mehr als 300 Menschen das Leben
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20:13 27.10.2010
Ganze Dörfer sind mit einer weißen Ascheschicht bedeckt, nachdem am Dienstagabend der etwa 2900 Meter hohe Vulkan Merapi eine riesige Rauchwolke mit glühend heißer Asche mehr als 1500 Meter in die Luft gespuckt hatte.
Ganze Dörfer sind mit einer weißen Ascheschicht bedeckt, nachdem am Dienstagabend der etwa 2900 Meter hohe Vulkan Merapi eine riesige Rauchwolke mit glühend heißer Asche mehr als 1500 Meter in die Luft gespuckt hatte. Quelle: afp
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Eine meterhohe Tsunamiwelle hatte dort Dutzende Dörfer zerstört. Bei beiden Unglücken kamen mehr als 300 Menschen um. Auf den Inseln wurden noch Hunderte Bewohner vermisst.

Eine 1500 Meter hohe Fontäne mit glühend heißer Asche und Gesteinsbrocken war am Dienstagabend plötzlich aus dem Krater des Merapi emporgeschossen. Tausende Bewohner der fruchtbaren Hänge wurden von dem Ascheregen trotz Warnungen der Behörden überrascht. Mindestens 29 Menschen starben, 34 wurden verletzt, einige von ihnen schwer. „Die Opfer sind bis zu Unkenntlichkeit verbrannt“, sagte ein Mitglied des militärischen Rettungsteams, Oberst Pramano.

Viele der Bergbewohner hatten sich geweigert, ihre Häuser zu verlassen. Der knapp 3000 Meter hohe Merapi rund 500 Kilometer südöstlich von Jakarta ist heilig. „Wir warten immer auf ein Zeichen“, sagte Sarbini, ein 60 Jahre alter Bauer. Die Berggeister ließen die Bewohner dieses Mal im Stich, darunter auch den tief verehrten, vom Sultan in Yogyakarta eigens ernannten spirituellen Hüter des Berges, Mbah Maridjan.

Der 83-Jährige war beim Beten, als sich die Katastrophe ereignete. Die Helfer fanden ihn später, vorübergebeugt auf den Knien, im Badezimmer, unter eingestürzten Hauswänden. Mit ihm starb auch ein Reporter des Newsportals Vivanews.com. Seine letzte SMS ging an seine Redaktion. „Er wollte Maridjan zu Ende beten lassen und dann überreden, in die Notunterkunft zu gehen“, sagte eine Kollegin am Mittwoch. In dem Haus wurden mindestens 15 Leichen gefunden.

Der Berg sah nach der Eruption so aus, als ob im Krater Feuer loderte. Dicke Rauchschwaden wallten über den Kraterrand. Vulkanologen stellten auch am Mittwoch noch erhebliche Spannungen im Inneren des Berges fest. Der Lavadom im Krater wölbte sich bedrohlich nach oben. „Da hat sich eine Menge Energie gestaut“, sagte Surono, Chef eines Vulkanforschungszentrums. „Es lässt sich nicht vorhersagen, was als Nächstes passiert.“ Im besten Fall entweicht das Gas langsam über die nächsten Wochen. Eine weitere gewalttätige Eruption ist aber nicht ausgeschlossen.

Mehrere Siedlungen bei Kinahrejo rund vier Kilometer unter dem Kraterrand gleichen Geisterdörfern. Eine dicke graue Ascheschicht liegt wie ein Todesmantel über allem, auch verendeten Rindern. Von den Büschen ragten versengte Ästen in die Luft. Viele der 18.000 Einwohner, die am Dienstagabend doch noch geflohen waren, wollten am Mittwoch schon wieder zurück. Mit Atemmasken drängten sie die Hänge hinauf.

Die Polizei hatte die Straßen abgesperrt, doch wollten die Menschen nach ihrem Vieh sehen und ihre Häuser sichern. Der Ascheregen und die Geröllbrocken haben Hunderte Häuser beschädigt oder zerstört. Der Merapi gehört zu den aktivsten Vulkanen Indonesiens. Er war zuletzt 2006 ausgebrochen.

Ahmad Pathoni und Christiane Oelrich