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Panorama “Das war nicht ohne”: Fußball-Fans entkommen aus brennendem Zug
Nachrichten Panorama “Das war nicht ohne”: Fußball-Fans entkommen aus brennendem Zug
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15:58 20.10.2019
Berlin: Ein Sonderzug eines privaten Bahnunternehmens (vorn) steht brennend im S-Bahnhof Bellevue. Mindestens vier Menschen wurden durch Rauch verletzt. Quelle: ---/dpa
Berlin

Ein Brand in einem mit Hunderten Fußballfans des SC Freiburg besetzten Zug in Berlin ist am Samstagabend relativ glimpflich ausgegangen. Vier Menschen wurden durch Rauchvergiftungen verletzt und in Krankenhäuser gebracht, wie ein Sprecher der Berliner Feuerwehr der Deutschen Presse-Agentur sagte. Demnach brannte in dem Zug ein Waggon „in voller Ausdehnung“. Bilder im Internet zeigten einen Waggon, der lichterloh in Flammen stand. Gegen 22.30 Uhr war das Feuer gelöscht.

Offizielle Angaben zur Ursache gab es am Sonntag zunächst nicht - spekuliert wurde aber über einen technischen Defekt.

Nah- und Fernverkehr durch den Bahnhof wurde eingestellt.

Fest steht zunächst nur: Es hätte auch ganz anders ausgehen können. Den Angaben zufolge handelte es sich um einen von einem privaten Unternehmen betriebenen Sonderzug, mit dem Fans des SC Freiburg nach dem Bundesligaspiel bei Union Berlin zurückreisen wollten. Laut Bundespolizei blieb der Zug kurz nach dem Start gegen 20 Uhr wegen Rauchentwicklung am Bahnhof Bellevue stehen.

Berlin: Flammeninferno in Freiburger Fan-Zug

Sämtliche Waggons wurden den Angaben zufolge geräumt, ebenso wie zwei S-Bahnen, die zeitgleich mit dem brennenden Zug in den Bahnhof eingefahren waren. Der Nah- und Fernverkehr auf der Strecke wurden gestoppt, der Bahnhof wurde weiträumig abgesperrt.

Der Feuerwehrsprecher lobte ausdrücklich das besonnene Verhalten der Fans an Bord. „Die Leute haben in ruhiger und disziplinierter Weise den brennenden Waggon in Richtung der anderen Waggons verlassen.“ In solchen Situationen bestehe die große Gefahr, dass Menschen eigenständig in Panik aussteigen: Dabei könnten sie auf den Gleisen mit der Stromschiene in Kontakt kommen oder von entgegenkommenden Zügen erfasst werden, hieß es.

Das Feuer habe sich dann rasant entwickelt, beim Eintreffen der Einsatzkräfte hätten die Flammen schon hoch gelodert, sagte der Feuerwehrsprecher. „Das war nicht ohne.“ 150 Kräfte seien im Einsatz gewesen.

„Kurz nach Beginn der Rückreise hat sich in einem der Waggons ein Brand entwickelt“, schrieb die Gruppe Supporters Crew Freiburg e.V., die die Fahrt organisiert hatte, auf Facebook. „Alle Mitfahrer haben den Zug verlassen.“ Einem Sprecher des SC Freiburg zufolge hatte die Fanorganisation den Zug in Eigeninitiative gebucht.

Gerüchte um Pyrotechnik

Am Abend ging das Gerücht um, dass Pyrotechnik aus dem Besitz der Fans eine Rolle gespielt haben könnte. Auch dazu äußerte sich die Polizei nicht. Freiburgs Trainer Christian Streich hatte einen Teil der eigenen Fans für das Abbrennen von Pyrotechnik bei der 0:2-Niederlage beim 1. FC Union Berlin am Samstag scharf kritisiert. „Ich weiß nicht, ob sie besonders cool sein wollten, weil sie in der Hauptstadt sind“, sagte er. „Du kommst raus auf den Platz und in der Kurve brennen die Bengalos. Das ist eine Katastrophe, das können wir gar nicht gebrauchen.“

Die gestrandeten Fans konnten laut der Fanorganisation individuell nach Hause reisen, teils über Nacht mit einem ICE. „Der SC Freiburg bedankt sich ausdrücklich für das zwischenzeitliche Angebot des FC Union Berlin, seine VIP-Räume als Übernachtungsmöglichkeit zur Verfügung zu stellen“, schrieb der Verein auf seiner Webseite. Auch in den sozialen Medien boten Berliner den Freiburgern Plätze zum Übernachten an.

Der liegengebliebene Sonderzug wurde am Sonntagvormittag von einem Hilfszug abgeschleppt, die Strecke war damit wieder für den Bahnverkehr frei. In der Folge des Brandes waren Züge umgeleitet worden.

RND/dpa

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