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Panorama Werden die Nüsse für Nutella von Kindern gesammelt?
Nachrichten Panorama Werden die Nüsse für Nutella von Kindern gesammelt?
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11:41 20.09.2019
Werden die Nüsse für Nutella von Kindern gesammelt?
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Zu viel Zucker, Verwendung von Palmöl und jetzt auch noch Kinderarbeit? Der morgendliche Genuss eines Nutella-Brötchens bekommt einen immer bittereren Beigeschmack. Die BBC hat Haselnussplantagen in der Türkei besucht, von denen auch das Unternehmen Ferrero seine Nüsse bezieht. Dabei stießen sie auch auf Kinder, die die Nüsse einsammelten.

Hauptsächlich seien es Migranten, die auf den Haselnussfeldern arbeiten würden – einschließlich ihrer Kinder. Harte Arbeit für einen geringen Lohn. Zehn Stunden würden sie pro Tag arbeiten, heißt es in dem Bericht, für einen offiziellen Lohn von umgerechnet 15 Euro. Doch die BBC geht davon aus, dass den Saisonmitarbeitern an der türkischen Schwarzmeerküste, von der 70 Prozent der weltweiten Haselnusslieferungen stammen würden, gerade einmal 8 Euro pro Tag blieben.

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„Sie lassen ihre Kinder wie Maschinen arbeiten“

„Sie lassen ihre Kinder wie Maschinen arbeiten. Sie denken: ‚Wie viele Kinder, wie viel Gewinn?‘“, berichtet Kazim Yaman, Mitinhaber einer Haselnussplantage, der BBC. Er spreche sich gegen Kinderarbeit aus. Doch da die anderen Bauern die Kinder bezahlen würden, hätte auch er keine andere Wahl. „Ich versuche, sie nicht zu beschäftigen. Aber sie sagen, dass sie weitergehen“, sagt er. „Mutter und Vater wollen, dass sie arbeiten – und bezahlt werden.“

Rund 400.000 Haselnussplantagen in Familienbesitz gebe es in der Türkei. Viele Erzeuger wüssten nicht, wo ihre Nüsse am Ende landeten. Laut BBC kaufe Ferrero rund ein Drittel der gesamten türkischen Ernte. Die braucht es auch, denn pro Jahr produziere das italienische Unternehmen rund 365.000 Tonnen Nutella.

Auf seiner Website schreibt das Unternehmen: „Die Rückverfolgbarkeit ist unerlässlich, um die Qualitätsstandards von Produktion und Produkten sicherzustellen.“ Laut BBC habe das Unternehmen in Bezug auf die Haselnüsse aber erst eine Rückverfolgbarkeit von 39 Prozent erreicht. 2020 soll die Herkunft für die Kunden zu 100 Prozent nachvollziehbar sein.

„Wenn wir ein Produkt ermitteln würden, das unter unethischen Bedingungen hergestellt werden würde, würden wir es nicht anfassen“, sagte Bamsi Akin, General Manager der Ferrero Hazelnut Company in der Türkei, laut BBC. Doch gänzlich abstreiten kann er die Vermutung auch nicht. „Aber ist das System vollständig sauber? Ich denke, das kann derzeit niemand sagen.“

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RND/mat