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Panorama Was passierte wirklich auf der „Costa Concordia“?
Nachrichten Panorama Was passierte wirklich auf der „Costa Concordia“?
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14:13 03.03.2012
Foto: Bei der Havarie der „Costa Concordia“ kamen zahlreiche Menschen ums Leben.
Bei der Havarie der „Costa Concordia“ kamen zahlreiche Menschen ums Leben. Quelle: dpa
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Rom/Grosseto

Sie begannen mit Verfahrensfragen, wie die italienische Nachrichtenagentur Ansa aus Grosseto berichtete.

Der unter Hausarrest stehende Kapitän Francesco Schettino (52) erschien nicht. Sein Mandant hätte um seine Sicherheit bangen müssen, meinte sein Anwalt Bruno Leporatti. Ermittler werfen Schettino mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie, Verlassen seines Schiffes während der Evakuierung sowie mangelnde Kommunikation mit dem zuständigen Hafenamt in Livorno vor.

„Gerechtigkeit und Wahrheit“ verlangten zahlreiche Geschädigte der Havarie. „Schettino ist ein Krimineller“, meinte eine Passagierin der „Costa Concordia“. Wegen des starken Andrangs war der nichtöffentliche Termin in einen Theatersaal gelegt worden.

Alle neun Personen, gegen die ermittelt wird, waren nicht anwesend: Dabei handelt es sich um Offiziere des Schiffes und Vertreter der Costa-Reederei. Das Kreuzfahrtschiff war am Abend des 13. Januar zu nahe an die Insel Giglio herangefahren, hatte einen Felsen gerammt und war kurz danach mit mehr als 4200 Passagieren und Crewmitgliedern gekentert. 25 Leichen wurden geborgen, 7 Menschen werden immer noch vermisst.

Im Mittelpunkt sollte am Samstag in Grosseto die „black box“ des gekenterten Kreuzfahrtschiffes stehen. Von dem Datenschreiber erhoffen sich die Ermittler weitere Aufschlüsse über den Unfallhergang und auch darüber, wer für die Havarie verantwortlich sein könnte.

„Dies ist jetzt nicht der Ort, um den Datenschreiber wie einen Kasten zu öffnen und dann zu hören, was an dem Abend der Havarie gesprochen wurde“, hatte ein Ermittler vor allzu großen Erwartungen gewarnt. Vielmehr sollten bei dem Beweissicherungstermin die Fragen zu den registrierten Daten gestellt werden, die von Sachverständigen beantwortet werden müssen. Ihre Antworten werden nach Medienberichten allerdings erst in einigen Monaten erwartet.

Die im Vergleich glimpflich verlaufene Havarie eines zweiten „Costa“-Kreuzfahrtschiffes hatte die „Costa Concordia“ in dieser Woche aus den Nachrichten verdrängt: Der Brand im Maschinenraum der kleineren und älteren „Costa Allegra“ und ihr Transport zu der Seychellen-Hauptinsel Mahé brachte die Genueser Reederei Costa Crociere und ihre Kreuzfahrtschiffe erneut in die Schlagzeilen.

Die Beweissicherung ist eine Vorbereitung auf den Prozess, bis zu dessen Beginn noch viele Monate vergehen dürften. Etwa drei Viertel des Treibstoffs der „Costa Concordia“, überwiegend gefährliches Schweröl, sind inzwischen abgepumpt. Erst später soll entschieden werden, wie das 290 Meter lange Schiff beseitigt wird. Es könnte zerschnitten oder aber an einem Stück antransportiert werden.

dpa/sag

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