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Panorama Vergewaltiger mit Wolfsmaske: Zeugin dachte, es sei ein Rollenspiel
Nachrichten Panorama Vergewaltiger mit Wolfsmaske: Zeugin dachte, es sei ein Rollenspiel
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12:22 28.06.2019
Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins sagt, die Zeuginnen meldeten sich umgehend nach der Fahndung Quelle: Wera Engelhardt/dpa
München

Im Fall der Vergewaltigung einer Elfjährigen in München beobachteten zwei Zeuginnen, wie der spätere Täter, ein Mann mit Wolfsmaske, dem Mädchen in etwa 20 Meter Abstand folgte. Verdacht schöpften die beiden Frauen trotzdem nicht – warum?

Laut Polizei schätzten die Frauen die Situation nicht als potenziell gefährlich ein. „Für sie war eine Gefahr nicht erkennbar, sie sahen keine Hinweise auf eine Sexualstraftat“, sagt Ermittler Ignaz Raab. „Sie hörten keine Hilfeschreie und eine Frau gab an, dass sie an ein Rollenspiel dachte.“

Erst im Rahmen der Fahndung am Abend nach der Tat hätten die Frauen die Polizei kontaktiert und damit „fragmentarische erste Informationen“ geliefert, so Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins. Die Frauen hätten nur eine eingeschränkte Sicht gehabt, sich nach Bekanntwerden der Vorfälle aber sofort gemeldet.

Zeuginnen nahmen Situation nur am Rande wahr

Doch wie kann den beiden Frauen eine solche Situation nicht komisch vorkommen? „Eine Zeugin war zu Fuß, eine auf dem Fahrrad unterwegs. Sie haben die Situation nicht über eine längere Zeit beobachten können und auch nur aus dem Blickwinkel wahrgenommen“, sagte dazu Polizeisprecher Florian Hirschauer dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND).

Der Elternverband rief in diesem Zusammenhang zu mehr Zivilcourage auf, verdächtige oder komische Situationen zu melden. Hirschauer rät, in solchen Momenten immer die 110 zu wählen. „Die Nummer ist kostenlos und die Leute, die rangehen, sind geschult und können schon einschätzen, wie ernst etwas zu nehmen ist“, sagt er dem RND.

Leute sollten lieber einmal zu viel den Notruf wählen. „Man kann damit nichts falsch machen. Nur wenn jemand bewusst eine Straftat vortäuscht, um anzurufen, kann er wegen Missbrauchs des Notrufes angezeigt werden.“ Wenn sich eine Person nicht sicher sei, ob eine Situation merkwürdig sei, gebe es keine Probleme bei einem Anruf.

Bei komischen Situationen lieber einmal zu viel den Notruf wählen

„Wir haben zwar viele Streifen im Einsatz, aber wir brauchen die Augen der Bevölkerung“, appelliert Hirschauer an die Bürger. Es sei wichtig, die Umwelt aufmerksam wahrzunehmen, um Gefahren zu erkennen. In potenziell komische oder gefährliche Situationen einzugreifen, sei hingegen nicht immer das richtige Mittel. „Es ist sehr individuell, nicht jeder sollte in jeder Situation mutig sein und sich gar selbst in Gefahr bringen.“ Schlecht sei nur wegzusehen und sich gar nicht zu kümmern, das Wählen der 110 hingegen sei auch ein Fall von Zivilcourage.

Die Vergewaltigung sorgte deutschlandweit für Aufsehen. Am vergangenen Dienstag war der Mann dem Mädchen wahrscheinlich aus einer S-Bahn gefolgt. Er zerrte das Kind in ein Gebüsch und vergewaltigte es. Dabei trug er eine Wolfsmaske und Latex-Handschuhe. DNA-Spuren am Unterleib des Kindes führten zu einem Treffer in der Datenbank, ein bereits als Kinderschänder vorbestrafter Tatverdächtiger wurde am Donnerstag festgenommen, schweigt aber bisher zu den Vorwürfen. Bei Durchsuchungen seiner Wohnung und seines Arbeitsplatzes hat die Polizei bisher keine Maske gefunden.

Von RND/Miriam Keilbach

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