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Panorama Unicef: Acht Millionen Kinder leiden in Pakistan
Nachrichten Panorama Unicef: Acht Millionen Kinder leiden in Pakistan
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17:32 31.08.2010
Ann-Kathrin Linsenhoff: „Die Not, die wir in Pakistan sehen, ist unvorstellbar.“
Ann-Kathrin Linsenhoff: „Die Not, die wir in Pakistan sehen, ist unvorstellbar.“ Quelle: dpa
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Mehr als acht Millionen Kinder in den pakistanischen Hochwassergebieten leiden nach Schätzungen von Unicef an den Folgen der Jahrhundertflut. Die stellvertretende Vorsitzende des UN-Kinderhilfswerks in Deutschland, Ann-Kathrin Linsenhoff, teilte am Dienstag mit, etwa 3,5 Millionen seien dringend auf Hilfe zum Überleben angewiesen. „Die Not, die wir in Pakistan sehen, ist unvorstellbar.“ In Notlagern in der südlichen Provinz Sindh starben 17 Menschen an Krankheiten und Unterernährung, darunter neun Kinder. Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen befürchtet weitere Opfer.

Wie der pakistanische Sender Aaj TV am Dienstag berichtete, erlagen in den Distrikten Kashmor und Larkana 16 Menschen Magen-Darm- Infektionen. Zudem sei im Distrikt Thatta, in dem der über die Ufer getretene Fluss Indus ins Arabische Meer fließt, ein Kind verhungert.

Der Direktor der regionalen Katastrophenbehörde, Khair Mohammad Kaloro, bestätigte, dass es „einige Todesfälle“ gegeben habe. Er wies Vorwürfe zurück, die Menschen hätten sich in den Lagern infiziert. Allein in der Provinz Sindh betreibe die Regierung mehr als 2800 Auffanglager, in denen etwa 900.000 Flutopfer untergebracht seien und medizinisch versorgt würden, sagte Kaloro. „Diejenigen, die nun gestorben sind, waren schon vorher krank.“

Insgesamt sind nach UN-Angaben mehr als 17 Millionen Pakistaner von den Überschwemmungen betroffen. Während die Pegelstände in Nord- und Zentralpakistan allmählich fallen, sind am Unterlauf des Indus noch riesige Landstriche überflutet.

Ärzte ohne Grenzen warnte vor dem Ausbruch lebensbedrohlicher Krankheiten aufgrund verschmutzter Brunnen. Wenn Vertriebene in ihre Dörfer zurückkehrten, hätten sie oft nur verdrecktes Wasser. „Dann können wir davon ausgehen, dass die Durchfallerkrankungen zunehmen“, sagte der Präsident der deutschen Sektion der Organisation, Tankred Stöbe.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO geht davon aus, dass bereits etwa 200.000 Menschen an Durchfall erkrankt sind. Mehr als eine Viertel Million Flutopfer leide an Hauterkrankungen, sagte Stöbe, der sich derzeit in Pakistan aufhält. „Doch diese Erkrankungen sind in der Regel nicht tödlich.“ Auch Malaria-Fälle, deren Zahl zunehme, führten nicht zum Tod, da es sich um eine leichte Form handle.

dpa

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