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Panorama Tierheime wegen der Wirtschaftskrise in Geldnot
Nachrichten Panorama Tierheime wegen der Wirtschaftskrise in Geldnot
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08:07 25.01.2010

Aber es sind nicht nur Platzprobleme, die Tierschützer hierzulande plagen: Weil zunehmend Spenden ausbleiben, haben viele Trägervereine inzwischen große, bisweilen sogar existenzielle Geldsorgen. Von einer „dramatischen Lage“ spricht der Geschäftsführer des Deutschen Tierschutzbunds, Thomas Schröder.

In einer Umfrage hat der in Bonn ansässige Tierschutzbund vor einiger Zeit die Auswirkungen der trüben ökonomischen Rahmenbedingungen auf seine mehr als 100 Mitgliedsvereine mit ihren 514 Heimen untersuchen lassen. Rund Zweidrittel meldeten sinkende Spendeneinnahmen, die Hälfte weniger Geld von Sponsoren. Und die Lage habe sich seitdem eher noch verschärft, sagt Schröder. Es sei durchaus möglich, dass die Einnahmen der Heime mit ihren insgesamt etwa 300.000 Tiere in diesem Jahr im Schnitt um bis zu 25 Prozent einbrächen. „Mit ein bisschen Glück sind es vielleicht nur 15 Prozent.“ So oder so jedoch sei die Situation oftmals existenzgefährdend. Rund die Hälfte sei mittelfristig von Insolvenz bedroht.

Auch andere Organisationen schätzen die Situation inzwischen als bedrohlich ein. „Es ist tatsächlich so, dass viele Tierheime immer stärker in die Pleite rutschen“, meint Manfred Hees, Sprecher beim Bund Deutscher Tierfreunde (BDT) in Kamp-Lintfort. Der Verein betreibt zwei eigene Heime in Nordrhein-Westfalen und greift etwa 40 kleineren Initiativen regelmäßig finanziell unter die Arme. Der BDT selbst kalkuliert mit Einnahmeverlusten von rund fünf bis zehn Prozent. Schlimmer aber sei, dass viele regionale Partnervereine inzwischen regelrechte „Hilfeschreie“ absetzten, sagt Hees. Diese kleinen Heimbetreiber seien aufgrund ihrer vergleichsweise geringen Mitgliederbasis besonders abhängig von Spenden.

Auch im Berliner Tierheim Falkenberg, nach eigenen Angaben eines der größten in Europa, sind die Auswirkungen der Wirtschaftsflaute mittlerweile deutlich zu spüren. 2009 gingen die Einnahmen aus Spenden und Nachlässen im Vergleich zum Vorjahr nach vorläufigen Schätzungen um etwa zehn Prozent zurück, berichtet Sprecherin Evamarie König. Zugleich stiegen die Unterbringungskosten wegen der krisenbedingt zunehmenden Zahl von betreuten Tieren und einer durch fehlende Abnehmer bedingten längeren Verweildauer. „Das ist eine schwierige Situation.“

Auch weniger Erbschaften

Und die Zukunft könnte schwierig bleiben, selbst wenn sich die ökonomischen Aussichten in den nächsten Monaten wieder aufhellen sollten. Der Tierschutzbund rechnet damit, dass sich das Spenden- und Vererbungsverhalten der Deutschen in Folge der Krise dauerhaft ändern könnte. Auch beim Berliner Tierheim sind die Prognosen bekannt, wonach Zahl und Volumen der für den Tierschutz bestimmten Nachlässe sinken. Ein schwerer Schlag, da Erbschaften traditionell eine Stütze für viele Betreiber sind. „Auch hier hinterlässt die Wirtschaftskrise deutliche Spuren“, warnt Sprecherin König. Wegen der unsicheren Aussichten verzichtet ihr Verein bereits auf Investitionen - etwa in ein dringend nötiges neues Hundehaus.

Für den Tierschutzbund ist mittlerweile klar, dass es so nicht weitergehen kann. Geschäftsführer Schröder fordert ein staatliches Nothilfepaket für Heime und eine Grundsatzdiskussion über deren dauerhafte Finanzierung. Mindestens 15 bis 20 Millionen Euro seien sofort nötig, sagt er - und kritisiert zugleich die Haltung von Behörden und Politik. Die Tierheime erfüllten öffentliche Aufgaben, ohne dass Kommunen, Land oder Bund bisher für Kostendeckung sorgten. Sie hätten die Finanzierung bisher im Wesentlichen Privatspendern überlassen. So hätten sie dafür gesorgt, dass viele schon in vergleichsweise rosigen Zeiten nur den laufenden Betrieb bezahlen konnten und nun in der Krise ohne Reserve dastehen.

afp

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