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Panorama Thomas-Cook: Chaos und Verzweiflung an den Flughäfen
Nachrichten Panorama Thomas-Cook: Chaos und Verzweiflung an den Flughäfen
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15:38 23.09.2019
Die Insolvenz von Thomas Cook betrifft Hunderttausende Urlauber.
Hannover

Nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook herrscht an den internationalen Flughäfen Chaos. Unzählige Urlauber sind gestrandet. Auch die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor darf aus rechtlichen Gründen Reisende, die mit Thomas-Cook-Veranstaltern gebucht haben, nicht mehr an ihr Ziel bringen.

Passagiere in München herausgewinkt

Betroffen sind beispielsweise Fluggäste am Flughafen München. Wie die „Süddeutsche Zeitung“ berichtet, wurden Reisende, die über Thomas Cook sowie deren Tochterunternehmen NUR Reisen, Öger Tours, Air Marin und Bucher gebucht haben, am Schalter herausgewinkt. Sie konnten ihren Urlaub nicht antreten.

„Ich hab extra in der Früh die Portale im Internet noch geprüft“, wird ein Reisender zitiert, „da war noch alles in Ordnung.“ Man wolle sich jetzt umschauen, ob „wir noch irgendein Last-minute-Ding kriegen. Oder wir fahren nach Hause.“ Grundsätzlich sei die Lage am Flughafen aber entspannt – die Betroffenen nähmen die Nachricht ruhig und gefasst zur Kenntnis.

Ruhige Lage in NRW

Auch an den beiden großen Flughäfen in Nordrhein-Westfalen ist die Lage noch entspannt. Am Flughafen Köln/Bonn stand einem Sprecher zufolge am Montag kein Condor-Abflug auf dem Flugplan. Am Flughafen Düsseldorf gab es einige wenige gestrandete Passagiere. Sie wurden aus der Schlange gezogen.

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Thomas Cook beantragt Insolvenz - hunderttausende Urlauber betroffen

Verzweifelte Aufrufe bei Facebook

Andernorts ist die Lage weitaus dramatischer. Auf Facebook haben Betroffene der Thomas-Cook-Insolvenz Gruppen gegründet, um sich gegenseitig zu helfen. „Unser Hotel will vor Abreise alle Kosten von uns haben, was machen wir jetzt?“, schreibt dort beispielsweise eine Nutzerin, die derzeit auf Lanzarote festsitzt. „Meldet euch bei eurem Reisebüro, wo ihr gebucht habt“, antwortet ein anderer. „Da ist dauerhaft besetzt“, schildert die Frau. Eine andere Urlauberin schreibt: „Wir sind auch fix und fertig. Unser Hotel hat bisher nichts gesagt, aber was machen wir jetzt?“

Andere Nutzer berichten von lange geplanten und bezahlten Reisen, die aufgrund der Insolvenz urplötzlich gestrichen wurden.

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Lange Schlangen auf Kreta und Mallorca

Dramatisch ist die Lage auch bei britischen Urlaubern. Der „Guardian“ berichtet von langen Schlangen am Heraklion-Flughafen auf Kreta. Unzählige Urlauber wollen herausfinden, wie sie jetzt nach Hause kommen sollen. Eine Twitter-Nutzerin berichtet von einer Erfahrung aus ihrem Hotel: „Großer Respekt an die Rezeptionistin, die heute Morgen für uns da war, obwohl sie gerade ihren Job verloren hat. Das zeigt uns, dass es Leute gibt, denen das nicht egal ist.“

Auch am Flughafen auf Mallorca sind Urlauber verzweifelt und wissen nicht, wie sie nach Hause gelangen sollen. Der „Guardian“ zitiert eine Urlauberin, die eigentlich seit 10.50 Uhr zurück auf dem Weg nach Newcastle sein sollte. „Wir haben keine Informationen über den gestrichenen Flug bekommen“, sagt sie.

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Gespenstische Stille in Birmingham

Am Flughafen in Birmingham herrscht am Thomas-Cook-Schalter gespenstische Stille. Auf Bildschirmen wird Urlaubern angezeigt, dass ihre Fluggesellschaft den Betrieb eingestellt hat, berichtet die Journalistin Megan Archer auf Twitter.

Rund 200 Touristen sitzen derweil in einem Thomas-Cook-Hotel auf Sizilien fest. „Wir warten auf Anweisungen, wir haben die Nachricht aus den Medien gehört“, sagte einer der Angestellten der italienischen „Il Tempo“. Betroffen ist das Hotel Sentido Acacia Marina im Südosten Siziliens. Dort warten derzeit Hunderte Touristen hauptsächlich aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien auf ihre Weiterreise.

Gäste werden in Tunesien festgehalten

Schon am Sonntag hatte es erste Schreckensmeldungen aus Tunesien gegeben: Das Hotel Les Orangers hatte laut Berichten von britischen Medien 40 seiner Gäste aufgefordert, ausstehende Zahlungen des Reiseveranstalters zu begleichen. Dabei hatten die Urlauber ihre Reisen längst bezahlt. Bewaffnete Sicherheitsleute hätten den Ausgang aus dem Hotel versperrt, heißt es. Zudem seien Tore geschlossen worden. Nur wer zahle, dürfe wieder raus. Sie würden „wie Geiseln festgehalten“ sagte ein Mann der BBC.

Mit dem deutschen Reiseveranstalter von Thomas Cook sind nach Unternehmensangaben derzeit 140.000 Gäste unterwegs. Am Montag und Dienstag sollten 21.000 Menschen abreisen.

Allein aus Großbritannien sind etwa 150.000 Urlauber im Ausland von der Pleite betroffen. Die britische Regierung ließ die größte Rückholaktion in Friedenszeiten anlaufen. Bereits in der Nacht starteten erste Flugzeuge zu verschiedenen Zielen. Für Urlauber im Ausland wurde die Website thomascook.caa.co.uk geschaltet.

Von Matthias Schwarzer/RND

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