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Panorama Theresa (20) im Vollrausch totgefahren: 5000 Euro Geldstrafe
Nachrichten Panorama Theresa (20) im Vollrausch totgefahren: 5000 Euro Geldstrafe
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17:50 23.10.2019
Im Prozess um den betrunkenen Todesfahrer von Untereisenheim ist das Urteil gesprochen worden. Quelle: Daniel Karmann/dpa
Würzburg

Im April 2017 starb die damals 20-jährige Theresa in Untereisenheim (Bayern), überfahren von einem betrunkenen Autofahrer - fast drei Promille stellte die Polizei bei dem jungen Mann fest. Am Mittwoch wurde der Fahrer (20) verurteilt, wie unter anderem die "Bild" und "RTL.de" berichten: zu einer Geldstrafe in Höhe von 5000 Euro und einem Fahrverbot. Auch die Mitfahrer wurden zu Geldstrafen in unterschiedlicher Höhe verurteilt.

Die Staatsanwaltschaft hatte für den Hauptangeklagten zwei Jahre und sechs Monate ohne Bewährung gefordert. Der Vater von Theresa zeigte sich fassungslos über das aus seiner Sicht milde Urteil. „Alles, was ich sagen könnte, wäre nicht jugendfrei“, sagte Roland Stahl der "Bild".

Der Verteidiger hingegen verwies darauf, dass sein Mandant aufgrund der extremen Alkoholisierung schuldunfähig sei. Er plädierte für eine Verurteilung wegen Vollrauschs. Dem schloss sich das Gericht an.

Der Unfall im April 2017

Im April 2017 war der Hauptangeklagte Niclas H. zusammen mit den drei Mitfahrern auf dem Weinfest in Untereisenheim. Mit 2,89 Promille setzte er sich hinters Steuer seines VW Golf, um sich und seine Freunde nach Hause zu fahren. Theresa war unterdessen in einem Würzburger Club feiern. Da sie Alkohol getrunken hatte, ließ sie ihr Auto stehen, ging zusammen mit ihrem Freund zu Fuß nach Hause.

Um 3.38 Uhr raste Niclas H. erst an Theresas Freund vorbei, dann erfasste er die damals 20-Jährige mit einer Geschwindigkeit von etwa 60 km/h. Sie wurde 13 Meter weit auf ein Feld geschleudert. Laut ihrem Freund habe das Auto vor dem Aufprall nicht abgebremst.

"Oh Scheiße", soll der Todesfahrer gerufen haben. Trotzdem hielt er nicht an. Niclas H. setzte seine Fahrt fort. Im nächsten Dorf ließ er seine Mitfahrer aussteigen. Kurz danach fuhr er in einen Graben. Die Polizei holt ihn mit einem Promillewert von 2,89 aus dem Auto. Währenddessen wurde Theresa in die Uniklinik Würzburg eingeliefert. Dort wurde sie mehrfach operiert, schließlich erlag sie sechs Tage später ihren Verletzungen.

Richter tut sich nicht leicht mit dem Urteil

Der Richter tat sich offensichtlich nicht leicht mit dem Urteil. Es falle ihm schwer, dem Vater in die Augen zu schauen, sagte er laut "Bild". "Ich könnte als Vater der Verstorbenen nur sehr schwer oder gar nicht mit diesem Urteil leben." Grund für das Urteil sei der hohe Alkoholisierungsgrad des Angeklagten. "Wir hätten gerne eine Ju­gendstrafe verhängt. Aber eine Schwere der Schuld kann es nicht geben, weil er schuldunfähig ist. Schädliche Neigungen liegen nicht vor." Daher sei der Angeklagte auch nicht wegen fahrlässiger Tötung, sondern wegen fahrlässigen Vollrauschs verurteilt worden.

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