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Panorama So nass war der August noch nie
Nachrichten Panorama So nass war der August noch nie
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16:02 30.08.2010
Ohne Schirm ging im August nichts. Auch nicht in Hannover wie dieser kleine Mann mit großem Schirm zeigt.
Ohne Schirm ging im August nichts. Auch nicht in Hannover wie dieser kleine Mann mit großem Schirm zeigt. Quelle: Michael Thomas
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Der August 2010 war in Deutschland der nasseste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Von „nahezu monsunartigen Wassermassen“ spricht der Deutsche Wetterdienst (DWD). „Wir haben mehr als doppelt so viel Regen gemessen wie im langjährigen Mittel im August“, sagte DWD-Sprecher Uwe Kirsche am Montag in Offenbach. Und: „Seit Beginn der Aufzeichnungen der Sonnenscheindauer (1951) war bislang nur der August 2006 trüber“, heißt es im Monats-Rückblick.

Rund 157 Liter Niederschlag pro Quadratmeter sind im Durchschnitt im August gefallen; der Mittelwert vieler Jahre liegt bei 77 Litern. „Damit überbot der August den mit 134 Litern pro Quadratmeter bisher nassesten August des Jahres 1960 und setzte sich mit großem Abstand an die Spitze der Reihe seit 1881“, stellen die Fachleute anhand der vorläufigen Messergebnisse von 2100 Stationen fest.

Fast überall seien Regen-Rekorde gebrochen worden, vereinzelt wurde sogar fünfmal so viel Niederschlag gemessen wie im Durchschnitt. Mit 343 Litern pro Quadratmeter wurde auf dem Großen Arber (1456 Meter) im Bayerischen Wald der Spitzenwert erreicht. Im sächsischen Bertsdorf-Hörnitz fielen am 7. August 101 Liter pro Quadratmeter. Die Folge: „Ein schweres Hochwasser der Lausitzer Neiße, mit teilweise verheerenden Schäden in zahlreichen Städten Sachsens und Brandenburgs.“

Enorme Regenfälle - mit verbreitet mehr als 100 Litern pro Quadratmeter - gingen auch am 26. in einem Streifen von der holländischen Grenze bis zur mittleren Weser nieder. „Innerhalb von 24 Stunden fielen hier in manchen Orten bis zum Dreifachen der normalen August-Monatsmenge.“ In Steinfurt-Burgsteinfurt (NRW) beispielsweise wurden fast 162 Liter pro Quadratmeter gemessen. „Weite Landstriche, Straßen und tausende Keller standen zeitweise unter Wasser.“

Die zahllosen Tiefdruckgebiete, die in rascher Folge über Deutschland hinwegzogen, ließen nur durchschnittlich 134 Stunden Sonnenschein zu. Das waren 27 Prozent weniger als der Durchschnittswert von 197 Stunden.

Der Sommer, der für die Meteorologen von Juni bis August geht, war insgesamt aber nicht der nasseste aller Zeiten, sondern stark von Höhen und Tiefen geprägt. Das Regensoll sei ersten Erhebungen zufolge um 21 Prozent überschritten worden, sagte Kirsche.

Der Höhepunkt des kalt-nassen Wetters ist am Dienstag erreicht. Der September beginnt dann am Mittwoch wieder wärmer und sonniger.

Zehn Zentimeter Neuschnee waren bereits am Montagmorgen auf Deutschlands höchstem Berg, der Zugspitze (2962 Meter) gefallen. Kälterekorde wurden zugleich auf dem Brocken im Harz (1141 Meter) und auf der Wasserkuppe (950 Meter) in der Rhön gemessen. 0,9 Grad zeigten die Thermometer auf dem Harz-Gipfel an, noch einmal 0,5 Grad weniger als beim bisherigen Tiefststand am 25. August 1980.

Auf dem höchsten hessischen Berg fielen die Temperaturen auf 1,8 Grad, 1,1 Grad weniger als beim bisherigen August-Tief 1980 registriert wurden. Im Flachland kühlte es sich verbreitet auf weniger als neun Grad ab. Im niedersächsischen Meppen und Papenburg wurden sogar nur 4,1 Grad gemessen.

dpa

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