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Panorama Risikogruppen sollen sich impfen lassen
Nachrichten Panorama Risikogruppen sollen sich impfen lassen
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17:36 08.10.2009
Laut Experten sollten medizinisches Personal, chronisch Kranke und Schwangere vorrangig geimpft werden.
Laut Experten sollten medizinisches Personal, chronisch Kranke und Schwangere vorrangig geimpft werden. Quelle: ddp (Archiv)
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Vor allem für Risikogruppen wie chronisch Kranke, aber auch für alle anderen sei die Impfung die beste Möglichkeit, sich gegen den Erreger zu schützen, teilte die Ständige Impfkommission (STIKO) am Donnerstag in Berlin mit. Unterdessen bestätigte sich ein erster Todesfall in Deutschland im Zusammenhang mit der Schweinegrippe.

Die am Robert-Koch-Institut angesiedelte STIKO wies darauf hin, dass grundsätzlich alle Bevölkerungsgruppen von der Impfung gegen die Schweinegrippe profitieren. Laut ihrer Empfehlung sollten aber medizinisches Personal, chronisch Kranke und Schwangere vorrangig geimpft werden. Menschen mit chronischen Grundkrankheiten zum Beispiel der Atemwege sowie Schwangere hätten ein mehrfach erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Zwar gebe es bisher keine Hinweise auf besondere Nebenwirkungen der neuen Impfstoffe, erklärten die Experten. Sie raten aber zu einer individuellen Nutzen-Risiko-Abwägung. Dies gelte besonders für Schwangere. Diese sollten laut STIKO bis auf weiteres keinen Impfstoff mit bestimmten Verstärkersubstanzen, sogenannten Adjuvanzen, erhalten, deren Wirkung auf werdende Mütter und ungeborene Kinder einige Wissenschaftler für problematisch halten.

Beschäftigte im medizinischen Bereich und in der Wohlfahrtspflege sollen der Stiko zufolge ebenfalls vorrangig geschützt werden, weil sie aufgrund ihrer Tätigkeit einem höheren Infektionsrisiko ausgesetzt seien und engen Kontakt zu gefährdeten Gruppen haben. Auch Mitarbeiter von Polizei und Feuerwehr zählen nach wie vor zur Risikogruppe. Sie werden aber in der Stiko-Empfehlung aus rein formalen Gründen nicht ausdrücklich genannt.

In Deutschland soll in der letzten Oktoberwoche mit den Massenimpfungen gegen die Schweinegrippe begonnen werden. Für die Organisation sind die Bundesländer verantwortlich.

Die Uniklinik Essen bestätigte, dass für den Tod einer 36-jährigen Frau vor knapp zwei Wochen das H1N1-Virus verantwortlich war. Damit starb erstmals in Deutschland nachweislich ein Mensch an der Schweinegrippe. Die Frau war an akutem Lungen- und Multiorganversagen in Folge der Infektion verstorben. Bei der 180 Kilogramm schweren Risikopatientin waren nach Klinikangaben bereits bei der Krankenhausaufnahme neben dem Schweinegrippe-Virus mehrere antibiotikaresistente Bakterien festgestellt worden. Die Experten gehen nun nach umfangreichen Untersuchungen davon aus, dass das H1N1-Virus der Infektion auch mit diesen Keimen den Boden bereitet hatte.

afp