Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Panorama Das Kunststück von Göttingen
Nachrichten Panorama Das Kunststück von Göttingen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
23:15 29.04.2014
Foto: Geheilt: Die 16-jährige Elma mit Vater Sandor und den Ärzten Prof. Hans-Christoph Ludwig  und Prof. Anna Hell.
Geheilt: Die 16-jährige Elma mit Vater Sandor und den Ärzten Prof. Hans-Christoph Ludwig  und Prof. Anna Hell. Quelle: UMG
Anzeige
Göttingen

Sechs Monate nach ihrer Ankunft in Göttingen konnte die Jugendliche die Klinik auf eigenen Füßen wieder verlassen. „Sie ist bereits nach Ungarn zurückgekehrt“, teilte UMG-Sprecher Stefan Weller mit. Die 16-jährige Elma litt an einer Skoliose, einer seitlichen Krümmung der Wirbelsäule. Um diese zu richten, wurde sie in einem Krankenhaus in ihrer  Heimatstadt Pecs operiert. Dabei kam es allerdings zu Komplikationen, die Operation musste abgebrochen werden. Als sie aus der Narkose aufwachte, war sie querschnittsgelähmt. Weil ihr in Ungarn niemand helfen konnte, vermittelte ein Freund der Familie den Kontakt zum Operativen Kinderzentrum der Göttinger Universitätsmedizin.

In dieser bundesweit einmaligen Spezialeinrichtung betreuen Fachärzte aus den Bereichen Kinderorthopädie, Kinderneurochirurgie, Kinderchirurgie  und Kinderurologie gemeinsam junge Patienten mit speziellen operativen Problemen. Bei ihrer umfangreichen Diagnostik stellten die Göttinger Spezialisten fest, dass die 16-Jährige einen gutartigen Tumor an der Wirbelsäule hatte, der bis in den Rückenmarkskanal der oberen Brustwirbelsäule reichte und bereits das Knochengewebe angegriffen hatte. Die Mediziner entfernten zunächst den Tumor und stabilisierten dann die Wirbelsäule mit einem Gipskorsett. In den folgenden Wochen absolvierte Elma ein umfangreiches Spezialtraining, um ihre Beinmuskulatur zu kräftigen und ihre koordinativen Fähigkeiten zu schulen.

Dann folgte eine dritte Operation, die zwölf Stunden dauerte. Bei diesem Mammuteingriff mussten die Mediziner zunächst das Gipskorsett sowie das Narbengewebe an der voroperierten Wirbelsäule entfernen. Nachdem die Strukturen freigelegt waren, wurden die Wirbelkörper mit Schrauben gefasst und die Wirbelsäule durch vorsichtige Manipulationen an zwei Titanstäben aufgerichtet. Die Mediziner mussten dabei sehr behutsam vorgehen. Der Eingriff gelang: „Wir sind glücklich, dass wir Elma ohne erneute Schädigung des Rückenmarks an der Wirbelsäule aufrichten und stabilisieren konnten“, freut sich die Leiterin des Schwerpunkts Kinderorthopädie, Professor Anna Hell.

Von Heidi Niemann

Stefan Koch 29.04.2014
29.04.2014
29.04.2014