Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Panorama Polizeigewerkschaft fordert: Gaffern die Handys wegnehmen
Nachrichten Panorama Polizeigewerkschaft fordert: Gaffern die Handys wegnehmen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:41 12.06.2019
Ein Gaffer fotografiert einen Verkehrsunfall. Quelle: picture alliance / blickwinkel/McPHOTO
Düsseldorf

Fast täglich sorgen Meldungen über dreiste Gaffer an Unfallstellen für Empörung – jetzt fordern Polizeigewerkschaften angesichts zunehmender Behinderungen der Einsatzkräfte durch Schaulustige erneut ein härteres Vorgehen. „Die Sicherstellung ihrer Handys würde einen nachhaltigen Eindruck auf die Täter und potenzielle Nachahmer machen“, sagt der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft in NRW, Erich Rettinghaus, der Düsseldorfer „Rheinischen Post“.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) macht sich für Kameras an den Einsatzfahrzeugen stark, die am Einsatzort die Gaffer automatisch filmen. Die technischen Voraussetzungen dafür seien gegeben, sagte GdP-Landeschef Michael Mertens der Redaktion. Nur die Politik müsse es auch wollen.

Lesen Sie auch: „Wollen Sie den Toten sehen?“: Polizist holt dreiste Gaffer aus Autos

Polizeigewerkschaft zu Gaffern: Fotografieren von Toten unter Strafe stellen

NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) kritisierte das Verhalten der Schaulustigen scharf. „Gaffer sollten sich schämen. Und sich selbst einmal fragen, ob sie in einer solchen Notsituation angestarrt und gefilmt werden wollten“, sagte Reul der Zeitung. Er frage sich „manchmal, ob einige Menschen durch zu viel gucken von Filmchen im Netz nicht den Bezug zur Realität verloren haben“, sagte der CDU-Politiker.

Gaffer auf der Autobahn: Radiomoderator schildert schockierende Szenen

Ein Abnahme der Smartphones von Gaffern hatte zuletzt auch der Landesvorsitzende der bayerischen Polizeigewerkschaft, Rainer Nachtigall, gefordert: „Ein ,Handy weg’ durch die Sicherstellung der Smartphones der Gaffer würde einen nachhaltigen Eindruck auf die Täter und potentielle Nachahmer machen.“ Außerdem müsse das Fotografieren von Toten unter Strafe gestellt werden. Bislang könne laut Paragraf 201a des Strafgesetzbuches (StGB) nur das Ablichten von lebenden Unfallopfern bestraft werden.

Mehr zum Thema: Fotos von Verletzten, Prügel für Einsatzkräfte: Das sind die schlimmsten Gaffer-Vorfälle

Von RND/epd/seb