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Panorama Papst erteilt hunderten Gläubigen mit Gipshand den Segen
Nachrichten Panorama Papst erteilt hunderten Gläubigen mit Gipshand den Segen
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15:36 19.07.2009
Segen mit Gips: Papst Benedikt XVI.
Segen mit Gips: Papst Benedikt XVI. Quelle: Foto: Alessia Guiliani/AFP
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Lächelnd trat Benedikt der XVI. in Romano Canavese in der italienischen Region Piemont zum Angelus-Gebet vor hunderte Gläubige und segnete sie mit seiner eingegipsten rechten Hand. In seiner Ansprache ermutigte er die Arbeitslosen, trotz der Wirtschaftskrise nicht den Mut zu verlieren.

Benedikt XVI. hielt das Angelus-Gebet im Geburtsort seines engen Mitarbeiters, des Kardinal-Staatssekretärs Tarcisio Bertone. Obwohl der 82-jährige Papst erst am Freitag am rechten Handgelenk operiert worden war, wirkte er entspannt und lächelte. Vor Bertones Taufkirche hob er beide Arme zum Gruß der versammelten Gläubigen, die Hände zum Gebet falten konnte er allerdings nicht. Das Oberhaupt der katholischen Kirche hatte sich in der Nacht zum Freitag bei einem nächtlichen Sturz in seinem Ferienhaus in Les Combes im norditalienischen Aosta-Tal verletzt.

Benedikt XVI. bedankte sich bei allen, die nach seinem Unfall für ihn gebetet hätten. Die Ärzte hätten ihre Sache gut gemacht. „Hoffen wir, dass es letztendlich erfolgreich ist“, scherzte der Papst. Trotz seiner Verletzung hatte er am Freitag und Samstag die Morgenmesse abgehalten und war am Samstag im Wald spazieren gegangen. Das Kirchenoberhaupt lerne, mit der Gipshand zurechtzukommen und sein Leben verlaufe „so gut wie normal“, sagte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi. Das Schlimmste für den Papst sei, dass er nun vorerst nicht schreiben könne. Dadurch werde sich das Erscheinen der Fortsetzung seines Buches „Jesus von Nazareth“ verzögern.

Bei dem Sonntagsgebet sprach der Papst zu den vielen Familien, die durch Arbeitslosigkeit in Schwierigkeiten steckten. „Liebe Freunde, lasst den Mut nicht sinken“, sagte er. „Die Vorsehung hilft immer dem, der Gutes tut und sich um Gerechtigkeit bemüht, sie hilft denen, die nicht an sich selbst denken, sondern an die, deren Lage noch schlimmer ist als ihre.“ Mit Grundwerten wie dem Schutz des Lebens, Familie, soziale Gerechtigkeit, Einsatz- und Opferbereitschaft könnten die Menschen „eine wirklich solidarische und brüderliche Gesellschaft“ aufbauen, in der auch die Wirtschaftsinstitutionen „vom Geist des Evangeliums“ durchdrungen wären.

Benedikt XVI. rief dazu auf, jungen Menschen ein gutes Beispiel zu geben. Die Jugend habe ein großes Potential, sie dürfe aber nicht auf „leichte und illusorische Wege“ geraten.

AFP