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Panorama Papst bittet um Vergebung und verteidigt Priestertum
Nachrichten Panorama Papst bittet um Vergebung und verteidigt Priestertum
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19:03 11.06.2010
Bittet um Vergebung: Papst Benedikt XVI.
Bittet um Vergebung: Papst Benedikt XVI. Quelle: dpa
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Papst Benedikt XVI. sagte am Freitag bei einer abschließenden Messe vor rund 15 000 Priestern auf dem Petersplatz: „Auch wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen.“ Es war die bislang erste Vergebungsbitte des Papstes, die sich so deutlich direkt an die Opfer des sexuellen Missbrauchs und der Misshandlungen durch katholische Geistliche richtete.

Zugleich verteidigte Benedikt das Priesteramt. Dieses sei „nicht einfach „Amt“, sondern Sakrament“. Gott bediene sich mit dem Priester „eines armseligen Menschen“, um „durch alle menschliche Schwachheit hindurch seine Liebe in dieser Welt praktisch werden“ zu lassen, sagte der Papst. Dass ausgerechnet das Jahr des Priesters von den Skandalen überschattet wurde, wolle die Kirche verstehen als ein „Auftrag zur Reinigung, der uns in die Zukunft begleitet“.

Bei einer Gebetswache hatte der Papst am Vorabend das durch die Missbrauchsskandale unter Beschuss geratene Eheverbot für katholische Priester (Zölibat) verteidigt. Die heutige Gesellschaft würde den Zölibat als „großen Skandal“ empfinden. Er sei hingegen das „beste Gegenmittel gegen andere Skandale, die durch unsre menschlichen Unzulänglichkeiten verursacht werden“, so Benedikt.

Angesichts der schweren Missbrauchsskandale in kirchlichen Einrichtungen war der Zölibat in den vergangenen Monaten nicht zuletzt auch in Deutschland aufs Neue heftig diskutiert worden. Neben anderen hatte sich vor kurzem auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, für eine Lockerung des Zölibats ausgesprochen.

dpa