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Panorama Ölfilm im Golf von Mexiko erreicht die Küste
Nachrichten Panorama Ölfilm im Golf von Mexiko erreicht die Küste
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09:03 07.05.2010
Schön, aber gefährlich: Der Ölfilm im Golf von Mexiko hat erstmals Land erreicht.
Schön, aber gefährlich: Der Ölfilm im Golf von Mexiko hat erstmals Land erreicht. Quelle: dpa
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Nach dem Sinken der Bohrinsel „Deepwater Horizon“ ist erstmals Öl an Land geschwappt. Ein dünner orangefarbener Film erreichte am Donnerstag den Strand einer kleinen unbewohnten Insel, die etwa 45 Kilometer vor der Küste des US-Bundesstaates Louisiana liegt. Wie eine Sprecherin der Küstenwache am Donnerstagabend (Ortszeit) weiter sagte, wurde bei Beobachtungsflügen in der Nähe der Freemason-Insel am Südzipfel der Chandeleur-Inseln auch „schwereres Öl“ entdeckt. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass auch dieses an Land gelangt sei.

Nach Angaben eines Sprechers des britischen Ölkonzerns BP wurden mehrere Boote mit Einsatzkräften entsandt. Sie begannen mit dem Auslegen von schwimmenden Barrieren, um die Ufer von Freemason Island mit ihrem reichen Vogelbestand zu schützen. Der Kommandeur der Küstenwache, Admiral Thad Allen, sagte, der dünne Ölfilm an Land sei zwar ausgedehnt, aber auf einen bestimmten Ort begrenzt. Das erleichtere das Säubern.

Die von BP geleaste Bohrinsel war zwei Tage nach einer Explosion gesunken. Seitdem treten jeden Tag mindestens 700 Tonnen Rohöl ins Wasser aus. Im Kampf gegen die Ölpest konzentrieren sich die Hoffnungen jetzt auf eine riesige Stahlkuppel. Sie soll in 1500 Metern Tiefe über das größte Leck gestülpt werden. Am Donnerstag wurde das Absenken des 113 Tonnen schweren Behälters ins Meer vorbereitet. Er war im Laufe des Tages per Schiff zum Unglücksort transportiert worden.

80 bis 85 Prozent des Ölflusses könnten laut Experten mit Hilfe der Vorrichtung gestoppt werden. Bis das Stahldach in der richtigen Position über dem Hauptleck am Meeresgrund steht, werden aber noch mehrere Tage vergehen. Es sei besser, langsam, korrekt und „sicher“ vorzugehen als überhastet, sagte Küstenwachen-Sprecherin Connie Correll. Verläuft alles wie erhofft, werden BP-Experten die Kuppel, die so hoch ist wie ein vierstöckiges Haus, vermutlich Anfang kommender Woche mit einem Bohrschiff verbinden. Danach könnte das in dem Behälter aufgefangene Öl dann aufgesaugt und zum Schiff an der Wasseroberfläche geleitet werden. Gelingt die Operation, will BP eine zweite kleinere Kuppel über einen weiteren Riss in der Tiefseeleitung stülpen.

dpa