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Panorama Mutter von getötetem Tiertrainer will Freiheit für Orcas
Nachrichten Panorama Mutter von getötetem Tiertrainer will Freiheit für Orcas
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20:35 03.02.2019
Drei Schwertwale bei der Orca-Show im Loro Parque auf. Quelle: picture alliance
Santa Cruz

Es war der 24. Dezember 2009, als Mercedes Hernandez ihren Sohn Alexis verlor. Er trainierte gerade mit Orca Keto im Loro Parque auf Teneriffa für die große Weihnachtsshow. Doch Keto zog seinen Trainer für zweieinhalb Minuten unter Wasser und fügte ihm schwere Bisswunden und innere Verletzungen zu. Alexis Hernandez konnte nicht wiederbelebt werden.

„Was haben wir aus seinem Tod gelernt?“, fragt die Mercedes Hernandez in einer Video-Reportage mit der „Deutschen Welle“. Sie sucht nach Antworten: Was passierte damals wirklich im Becken? Wieso musste ihr Sohn sterben? Und während sie ihren Schmerz verarbeitet, kommt sie genau jenem Wesen näher, zu dem ihr Sohn eine enge Beziehung hatte, die aber tödlich für ihn endete.

Mutter glaubt, Orca war gestresst durch die Dressur

Mercedes Hernandez hat sich mit Schwertwalen beschäftigt und setzt sich nun aktiv dafür ein, die Vorführungen mit den Tieren zu beenden und sie wieder auszuwildern. „Ich will, dass die Leute begreifen, dass nicht in Ordnung ist, was dort geschieht“, sagt sie in der Reportage.

Sie glaubt, dass Keto ihren Sohn umbrachte, weil er gestresst war aufgrund der Gefangenschaft und der Gängelei der Dressur. „Er tötete, weil er seine Stimme erheben wollte.“ Immerhin legen Schwertwale in freier Wildbahn bis zu 100 Kilometer am Tag zurück.

Loro Parque hält an Unfall-Theorie fest

Der Loro Parque sieht das anders, seit dem Tod von Alexis Hernandez betont der Betreiber immer wieder, dass es sich um einen Unfall gehandelt habe. Auch im Film der „Deutschen Welle“ wiederholt Eigentümer Wolfgang Rades das: „Unfälle passieren.“

Der gerettete Orca Morgan wurde im vor vier Monaten erstmals Mutter. Mutter und Kalb werden inzwischen trainiert. Quelle: Jan Kanning/picture alliance

Es ist allerdings nicht der erste Unfall im Loro Parque. Trainerin Claudia Vollhardt wurde 2007 von Wal Tekoa attackiert, Trainer Rafa Sanchez 2009 von Orca „Skyla“. Alle drei Tiere stammen aus der Zucht des Themenparks Seaworld, zwei Tiere sind direkte Nachkommen des Wales Tilikum, der in den Tod von drei Menschen – zwei Trainern und einem Besucher – verwickelt war. Laut des gelobten Dokumentarfilms „Blackfish“ wurden bereits 70 Mitarbeiter von Seaworld von Tieren verletzt oder getötet.

Rechtsstreit mit Tieraktivisten

Im Laufe der Jahre entwickelte Mercedes Hernandez den Wunsch, Orcas zu sehen. „Ich wollte mit diesen fantastischen Lebewesen in Kontakt kommen – aber in freier Natur.“ Als sie Orcas in Kanada sah, weinte sie. „Bald werden alle Orcas in Freiheit sein, so wie es der Natur entspricht.“

Im Loro Parque indes verweist man auf die notwendige Rettung der Tiere durch etwa überfischte Meere. Man sieht keinen Bedarf, an den Tiershows etwas zu ändern. Der Loro Parque gewann im Falle des Wales Morgan, der vor einigen Jahren halb verhungert und alleine aufgefunden wurde und in die Obhut des privaten Zoos kam, einige Rechtsstreits mit Tieraktivisten.

The first days in the life of a cetacean are critical and we have all been encouraged by Morgan’s strong maternal...

Gepostet von Loro Parque am Montag, 24. September 2018

Nachwuchs im Loro Parque

Erst im September wurde Kalb Ula geboren, das seit Dezember von Trainern gemeinsam mit seiner Mutter trainiert wird, um Tricks vorzuführen. Gerüchte von Tierschützern aus den vergangenen Tagen, dem Babywal Ula gehe es nicht gut, dementierte der Loro Parque am Freitag mit Fotos von Mutter und Kalb.

Wie wir diese Woche verkündet haben, sind wir im Loro Parque sehr glücklich über die schöne Mutter-Tochter Beziehung von...

Gepostet von Loro Parque am Freitag, 1. Februar 2019

Seaworld hat auf die Proteste und stark sinkende Besucherzahlen inzwischen reagiert und hat die Orcashows eingestellt. Außerdem sollen keine Wale mehr nachgezüchtet oder gefangen werden.

Mysteriöser Tod eines Wales in Florida

Erst vor einer Woche verstarb in dem Aquarium in Florida im Alter von 30 Jahren Wal Kayla, die in Gefangenschaft geboren wurde. Sie zeigte samstags erste Anzeichen einer Krankheit und starb unmittelbar darauf, berichtet die Seite „The Dodo“.

Schwertwale werden in Freiheit im Schnitt 50 Jahre alt – können allerdings auch 90 werden. Mütter und Kälber bleiben oft ihr Leben lang zusammen. Kayla wurde von ihrem ersten Kalb getrennt, als dieses ein Jahr alt war. Kein Jahr später starb das Baby.

Von RND/msk

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