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Panorama Mindestens fünf Tote bei schwerem Busunglück
Nachrichten Panorama Mindestens fünf Tote bei schwerem Busunglück
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18:31 22.09.2009
Der verunglückte Bus liegt am Fuße einer Böschung der Wupper.
Der verunglückte Bus liegt am Fuße einer Böschung der Wupper. Quelle: ddp
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Der mit 18 Personen besetzte Linienbus hatte gegen 11.50 Uhr zunächst etwa 400 Meter vor der Unfallstelle an einer Bushaltestelle angehalten. Nach dem erneuten Anfahren war der Bus auf der etwas abschüssigen Strecke offenbar zu schnell geworden. In einer Linkskurve kam er dann von der Fahrbahn ab, durchbrach die Leitplanke und stürzte eine etwa 20 Meter tiefe Böschung in das Flussbett der Wupper hinunter.

Bei den Toten handelt es sich um den 45-jährigen Busfahrer aus Velbert, ein 70 und 71 Jahre altes Ehepaar aus Schwerte, einen 38-jährigen Mann aus Radevormwald und eine zunächst nicht identifizierte Frau im Alter von etwa 70 bis 75 Jahren.

Am Nachmittag wurde der umgekippte Bus mit Hilfe eines aus Wuppertal angeforderten Krans aufgerichtet. Befürchtungen, dass sich unter dem Wrack weitere Opfer befinden, bestätigten sich dabei nicht. Am Abend ging die Polizei davon aus, dass alle Opfer geborgen wurden. Zuvor wurden Taucher eingesetzt, um die Wupper nach herausgeschleuderten Opfern abzusuchen. Ein Feuerwehrsprecher sprach von einem sehr komplizierten Einsatz. Insgesamt waren rund 120 Rettungskräfte und 30 Polizeibeamte an der Bergung beteiligt.

Die Unfallursache ist nach Angaben eines Sprechers der Stadt Radevormwald noch völlig unklar. Der Bus eines privaten Unternehmens wird im Auftrag der Deutschen Bahn auf der Linie 626 zwischen Wuppertal und Radevormwald eingesetzt. Angesichts der Zeugenaussagen sei ein technischer Defekt an Bremsen und Lenkung nicht auszuschließen. Möglich sei aber auch, dass der Fahrer aufgrund akuter gesundheitlicher Probleme die Kontrolle über das Fahrzeug verloren hat. Der Bus soll fast neu gewesen sein, der Fahrer galt als sehr erfahren.

Das Fahrzeug sollte am Dienstagabend auf die Straße gehoben werden. Zur Klärung der Unfallursache wurden ein Sachverständiger und Experten des Landeskriminalamts hinzugezogen, die erste Spuren sicherten. Sie beschlagnahmten auch die Tachoscheibe.

Innenminister Ingo Wolf (FDP) zeigte sich erschüttert über den Unfall. Es handele sich um ein furchtbares Unglück, sagte Wolf bei einem Besuch am Unfallort. Sein ganzes Mitgefühl gelte den Hinterbliebenen der Opfer. Wolf dankte den Einsatzkräften. Sie hätten „unter schwierigsten Bedingungen mit großer Motivation gearbeitet“. Es werde nun alles daran gesetzt, das Unglück aufzuklären. Dies könne allerdings noch eine Weile dauern.

Auch der Landrat des Oberbergischen Kreises, Hagen Jobi (CDU), sprach von einem Unglück „mit einem katastrophalen Ausmaß“, das die Menschen in der Region noch lange beschäftigen werde.

ddp