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Panorama Legomännchen über den Wolken
Nachrichten Panorama Legomännchen über den Wolken
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15:19 26.01.2012
Foto: Von seiner Reise über den Wolken hat dieses Legomännchen beeindruckende Bilder mitgebracht.
Von seiner Reise über den Wolken hat dieses Legomännchen beeindruckende Bilder mitgebracht. Quelle: Screenshot
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Toronto

Es war kein „grünes Männchen“, das aus dem All auf die Erde kam und in der Nähe von Toronto landete. Es war ein blau-rot-gelbes Legomännchen, das eine abenteuerliche Reise hinter sich hatte: Zwei 17-jährige kanadische Schüler hatten die Spielfigur mit einem Heliumballon in die obere Stratosphäre geschickt. Eine Stunde und 46 Minuten dauerte der Flug vom Start bis zur sanften Landung an einem Fallschirm.

Das Legomännchen und die jungen Ingenieure Mathew Ho und Asad Muhammad, die das Agincourt Collegiate Institute in Torontos Stadtteil Scarborough besuchen, schafften es am Mittwoch sogar in Kanadas nationale Nachrichtensendung. Mit einem faszinierenden Video: Das kleine Legomännchen, das in der rechten Hand eine kanadische Flagge hält, schwebt weit über den Wolken, unter sich der blaue Planet – Aufnahmen, wie man sie vom Spaceshuttle oder den Mondflügen kennt. Nur dass es sich nicht um ein milliardenschweres Programm, sondern um ein Küchentischprojekt mit einem Budget von 500 Dollar handelte.

Seit September hatten die beiden Freunde an ihrem Projekt gearbeitet. In der Küche der Familie Ho wurden Pläne gezeichnet und der Fallschirm genäht. Aus Styropor konstruierten sie das Luftschiff, eine würfelförmige Kiste mit etwa 30 Zentimeter Seitenlänge, die aussieht wie ein Nistkasten für Vögel: Im Inneren montierten sie Digital- und Videokameras, die durch Löcher in den Styroporwänden Fotos schossen, und ein GPS-Gerät. Und vor einem dieser Öffnungen, durch die Aufnahmen gemacht wurden, saß außen auf einer kleinen schwarzen Legoplatte und einem Bauklotz das Männlein mit Fahne.

 

Warum sie ein Legomännlein als Passagier wählten? „Wir haben beide als Kinder mit Lego gespielt. Irgendwie fühlen wir uns mit dem Legomännchen emotional verbunden“, sagt Mathew. Sie kauften einen meteorologischen Ballon und Helium, erkundigten sich, ob ihr Vorhaben auch legal ist und nicht gegen Gesetze verstößt, und waren Anfang des Jahres bereit zu ihrem Experiment.

Am 7. Januar dann stand der Wind günstig. Von einem Sportplatz bei Newmarket startete kurz nach 14.30 Uhr der heliumgefüllte Ballon. Fünf Minuten nach dem Start verloren die Nachwuchsingenieure Funk- und Sichtkontakt. Erst um 16.12 Uhr fing Mathews iPad wieder Signale auf. Zwei Minuten später konnten sie den Signalen entnehmen, dass das drei Kilogramm schwere Gerät am Rice Lake nahe Peterborough,122 Kilometer vom Startpunkt entfernt, gelandet war.

Erst einige Tage später fuhren sie zum Landepunkt und fanden das Spielzeug und die Reste des Ballons in einem Busch. Sie luden Daten und Fotos auf ihren Computer und konnten es kaum fassen: Rund 1500 Fotos und zwei Videos hatte das Männchen von seiner Reise mitgebracht.

Von Gerd Braune

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