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Panorama Kleinkind verhungert nach „Superfood“-Diät
Nachrichten Panorama Kleinkind verhungert nach „Superfood“-Diät
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10:41 17.05.2017
Chia-Samen und Quinoa gelten unter Ernährungsbewussten als „Superfood“. Quelle: dpa
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Hannover

Noch etwas mehr als vier Kilogramm wog der sieben Monate alte Junge als die Eltern ihn zu einem Arzt brachten – das entspricht etwa der Hälfte des Normalgewichts. Aufgrund einer von den Eltern selbst diagnostizierten Gluten- und Laktoseintoleranz hatten sie die Ernährung des Kindes umgestellt: Sie fütterten das Kleinkind nur noch mit Milchersatz aus Hafer, Reis, Buchweizen und Quinoa. Das berichten belgische Medien.

Zuvor hatte die Mutter das Kind gestillt. Einen Monat vor dem Hungertod des sieben Monate alten Jungen habe er noch sechs Kilo gewogen, rechtfertigte sich die Mutter vor Gericht. „Wir waren mit ihm nie beim Arzt, weil wir nie etwas Ungewöhnliches bemerkt haben“, erklärte der Vater. Auch den Kunden ihres Bioladens sei nie etwas aufgefallen. Die Staatsanwaltschaft fordert 18 Monate Haft – der Junge sei „pathologisch unterernährt“ gewesen, hieß es in einem Gutachten. Das Paar hat noch drei weitere Kinder.

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Als sich die Eltern schließlich doch Sorgen um ihr abgemagertes Kind machten, fuhren sie zu einem eine Stunde entfernten Homöopathen. Der Mediziner schickte die Familie sofort in ein Krankehaus. Doch bei der Ankunft war der Junge bereits tot. Der Arzt habe ihnen die falsche Adresse gegeben und an ein Krankenhaus ohne Notaufnahme verwiesen, sagte die Mutter. Die Vorstellung, die die Eltern von Medizin haben, habe das Kind getötet, ist sich die Staatsanwaltschaft sicher. Das Urteil soll Mitte Juni fallen.

Von RND/are

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