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Panorama Kidnapper verschleppen Französin in Kenia
Nachrichten Panorama Kidnapper verschleppen Französin in Kenia
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14:38 02.10.2011
Die Französin wurde im Urlaub in Kenia verschleppt.
Die Französin wurde im Urlaub in Kenia verschleppt. Quelle: dpa
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Johannesburg

Kidnapper haben eine Französin aus einem Urlaubsresort an der Küste Kenias entführt. Man befürchte, dass die Täter somalische Kämpfer mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida sein könnten, teilte das kenianische Innenministerium mit. Die Marine habe sich auf offener See einen Schusswechsel mit den Kidnappern geliefert, von denen vermutlich einige verletzt worden seien. Die Männer, die möglicherweise der somalischen Al-Schabaab-Miliz angehören, seien per Motorboot entkommen. Es wird befürchtet, dass sie ihr Opfer nach Somalia verschleppten.

Der Zeitung „Standard“ zufolge sagte Innenminister George Saitoti, zwei Schiffe der Küstenwache und ein Hubschrauber seien an der Aktion beteiligt gewesen. Radiosender zitierten Augenzeugen, wonach die Täter die behinderte 66-Jährige kurz nach Mitternacht mit Hilfe eines Motorbootes von der Insel Manda entführten.

Das Verbrechen geschah in der Nacht von Freitag auf Samstag, berichtete der kenianische Radiosender „Capital FM“. Ein Mitarbeiter des Tourismusministeriums bestätigte der Nachrichtenagentur dpa am Telefon, dass die kenianische Küstenwache die Verfolgung der Kidnapper aufgenommen hatte.

Der kenianische Mann der Entführten sagte dem „Standard“, er sei besorgt um den Gesundheitszustand seiner Frau, da sie regelmäßig Medikamente benötige. Das Paar war erst am Donnerstag in Kenia angekommen. Die zehn bewaffneten Entführer hatten zuerst die zwei Bediensteten aus ihren Betten gerissen und gezwungen, sie in das Schlafzimmer des Touristenpaares zu führen. Dann mussten sie helfen, die Frau aus dem Haus zu schleppen. Der Ehemann gab an, er habe die Flucht ergriffen. „Ich entkam durch das Fenster. Die Entführer versuchten mich zu töten, weil ich Alarm schlagen wollte“, sagte er.

Das französische Außenministerium hat aufgrund des Vorfalls auf seiner Website Urlaubern dringend vor Reisen auf die Inselgruppe Lamu abgeraten. Die kenianische Regierung bezeichnete die Entführung als eine „schwere Verletzung der territorialen Integrität“ des Landes.

Der Vorfall ist ein weiterer Schlag für die Tourismusindustrie des armen Landes. Kenia ist maßgeblich vom Tourismus abhängig. Vor einem Monat wurde in einem Resort in Nordkenia ein britisches Ehepaar angegriffen. Die Entführer erschossen den Mann, die Frau wird vermutlich im benachbarten Somalia festgehalten.

Die kenianische Tourismusindustrie kämpft mit der sich verschlechternden Sicherheitslage. Nach den Präsidentenwahlen Ende 2007 kamen bei blutigen Unruhen mehr als 1000 Menschen ums Leben. Kenia geriet damals an den Rande eines Bürgerkriegs.

dpa

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