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Panorama Heiße Reifen: Warum Creolen nie aus der Mode kommen
Nachrichten Panorama Heiße Reifen: Warum Creolen nie aus der Mode kommen
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14:00 20.04.2019
Von ganz klein bis zum Riesenradformat: Creolen sind einfach nicht totzukriegen. Quelle: Matheus Ferrero/Unsplash
Hannover

Es glitzerte und baumelte bei den Frühjahrs- und Sommerschauen für 2019: Ohrringe zählen zu den bevorzugten Accessoires der Saison. Besonders ins Auge fielen bei den Fashion Weeks Ohrklemmen, Stecker und Clips aus Kristall und Strass, mit Perlen oder auch Muscheln verziert, in Form von XXL-Herzen oder bis auf die Schultern in langen Ketten herunterhängend.

Doch die Trends dürften es schwer haben, sich außerhalb der Laufstege durchzusetzen. Denn in den Auslagen sowohl von Modeschmuckanbietern als auch Juwelieren dominieren, wie schon im vergangenen Jahr, nach wie vor Creolen. Was macht den Ring oder Reifen (englisch: Hoop) nur so beliebt?

Tradition bei Seefahrern

So facettenreich das Schmuckstück ist (die Auswahl an Material, Größe und Dicke ist enorm), so zahlreich sind auch die Geschichten um seinen Ursprung. Die Sumerer sollen schon vor rund 2500 Jahren Creolen getragen haben, weil sie angeblich glaubten, die Ohren seien der Sitz der Intelligenz und daher besonders schützenswert mit symbolhaftem Schmuck in Form von Sonne und Mond.

Darüber hinaus gilt neben dem spanischen und portugiesischen Kolonialreich, wo unterschiedliche Bevölkerungsgruppen als „kreolisch“ bezeichnet wurden, mitunter auch Ostfriesland als Wiege des kreisförmigen Schmuckstücks. Ist der gern unter der Bezeichnung Latina Look gehypte Ohrring also in Wahrheit eine Erfindung norddeutscher Seebären?

Tatsache ist, dass es unter Seefahrern und Fischern unterschiedlicher Nationen teilweise Tradition war, einen Ohrring mit eingearbeiteten Initialen zu tragen. Im Fall eines Schiffsunglücks sollte der Träger anhand dieses Ohrrings identifiziert werden können. Außerdem diente der Materialwert des Schmucks dazu, ein anständiges Begräbnis zu finanzieren.

Starke Frau mit Statement-Creolen: Michelle Obama, ehemalige First Lady der USA, spricht an ihrer ehemaligen Schule über ihr neues Buch „Becoming“. Quelle: Teresa Crawford/AP/dpa

Im 18. Jahrhundert wurden Creolen erstmals als modisches Accessoire in Europas Adelskreisen en vogue. Auch Frankreichs Königin Marie-Antoinette soll eine Vorliebe für den Ohrschmuck gehabt haben. Sie bildet damit den Anfang einer langen Reihe an charismatischen weiblichen Superstars, die sich mit dem Eyecatcher schmückten und ihm glamourösen Ruhm zuteilwerden ließen.

Von Marilyn Monroe und Sophia Loren über Madonna bis hin zu Beyoncé, Supermodel Gigi Hadid und der ehemaligen First Lady der USA Michelle Obama: Inzwischen werden Hoops als Symbol für „Female Empowerment“ heiß gehandelt – oder abgewandelt.

Um möglichst viele Trends zu bedienen, sind einige Juweliere und Designer längst dazu übergangen, Creolen beispielsweise auch mit Muscheln, Perlen, Federn und Kristallsteinen zu verzieren und anzubieten.

Von ganz dezent bis zum Riesenrad in Regenbogenfarben

Doch für die Wirkkraft dürfte vor allem die Größe entscheidend sein: Die kleinsten Modelle sind am Ohr weniger als fünf Millimeter groß und fallen im Grunde nur auf, wenn man pro Ohr zwei bis drei der Mini-Ausführungen trägt.

Die mittlere Größe mit rund vier Zentimetern Durchmesser kommt all jenen entgegen, die es eher klassisch mögen und die Ohrringe sowohl zum Businessoutfit als auch in der Freizeit tragen wollen. Wer dagegen auffallen, aber dennoch nicht allzu überladen wirken will, trägt Creolen mit einem Durchmesser von sechseinhalb Zentimetern, was etwa der Umfang einer Coladose ist.

Die nächste Einheit wäre dann das Riesenrad: Mit rund zwölf Zentimetern Durchmesser reicht es bis auf die Schultern. Am besten in Regenbogenfarben. Bis zum Hula-Hoop fehlt dann nicht mehr viel.

Von Kerstin Hergt

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