Verschrottung - Gestrandeter Frachter soll in einer Woche zerlegt sein – WAZ/AZ-online.de
Menü
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung| Ihre Zeitung aus Wolfsburg
Anmelden
Panorama Gestrandeter Frachter soll in einer Woche zerlegt sein
Nachrichten Panorama Gestrandeter Frachter soll in einer Woche zerlegt sein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:34 14.03.2011
Die Verschrottung des Frachters verzögert sich um zwei Tage, da man für die Vorbereitungen länger als geplant braucht.
Die Verschrottung des Frachters verzögert sich um zwei Tage, da man für die Vorbereitungen länger als geplant braucht. Quelle: dpa
Anzeige

Zur Seite geneigt liegt der gestrandete Frachter „Nordland 1“ im Nebel auf einer Buhne am Borkumer Strand. Um das 50 Jahre alte Schiff herum ist ein Zaun gezogen. Dutzende Urlauber stehen an der Promenade und sehen hinüber. Viele von ihnen haben gehofft, an diesem Montag die Verschrottung des 42 Meter langen und 200 Tonnen schweren Frachters beobachten zu können.

Doch die Rostocker Bergungsfirma Planeta Impex entscheidet sich kurzfristig dagegen. Sie braucht noch mehr Zeit für die Vorbereitungen. „Erst am Mittwochmorgen werden wir mit den Schweißarbeiten anfangen“, sagt Sprecher Uwe Nerstheimer am Morgen nach einer Besichtigung der Laderäume.

Das rund 200 Tonnen schwere Schiff soll in 40 bis 50 Teile zerlegt werden. Von Pontons auf Seeseite werden die Arbeiter nach Angaben von Nerstheimer dem Frachter zu Leibe rücken. Die Teile werden nach Emden transportiert. Rund 80.000 Euro wird die Verschrottung kosten.

„Das ist schon sehenswert“, sagt Erich Röhrig aus Remscheid (Nordrhein-Westfalen). Staunend steht er vor dem blau gestrichenen Frachter, über dem die Möwen kreisen. Röhrigs Frau hält die ungewöhnliche Touristenattraktion mit der Kamera fest. Auch Hannelore Seiffert aus Voerde (Nordrhein-Westfalen) ist zum Strand gekommen, um die Verschrottung zu sehen. Wenn die Arbeiten dann am Mittwoch beginnen, ist die Urlauberin noch auf der Insel. „Die Zerlegung wird interessant“, hofft sie.

Bis zum 25. März hat die Bergungsfirma Zeit, dann muss das gestrandete Schiff vom Strand verschwunden sein. Die Verantwortlichen gehen aber davon aus, schon Anfang nächster Woche fertig zu sein.

Die „Nordland 1“ war Anfang Februar während eines Sturms auf die Buhne gedrückt und dabei an Rumpf und Manövrier-Einrichtungen beschädigt worden. Sie hatte Baustoffe für die Strandpromenade geladen. Alle Versuche, den Frachter einer Emder Baustofffirma mit Schleppern in tieferes Wasser zu ziehen, scheiterten. 182 Tonnen Material wurden von Bord gebracht, 4000 Liter Treibstoff abgepumpt.

dpa