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Panorama Geringere Strafe für Discomord im Kreis Northeim
Nachrichten Panorama Geringere Strafe für Discomord im Kreis Northeim
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14:51 19.01.2010
Warum die 17-jährige Denise vor zwei Jahren sterben musste, blieb auch bei der Neuauflage des Prozesses offen.
Warum die 17-jährige Denise vor zwei Jahren sterben musste, blieb auch bei der Neuauflage des Prozesses offen. Quelle: Polizei (Archiv)
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Der berufslose Angeklagte hatte vor knapp zwei Jahren nach einer Tanzveranstaltung in Asche im Kreis Northeim eine 17 Jahre alte Schülerin mit einem Stein und einer Terrakottaschale erschlagen und dafür im vergangenen Jahr neuneinhalb Jahre Jugendstrafe erhalten. Das Motiv der Tat ist weiterhin unklar, weil der Angeklagte auch am Dienstag dazu nichts sagen wollte.

Wie sehr das Verbrechen vor allem die Eltern der getöteten Schülerin noch immer aufwühlt, wurde bei der Verlesung des ersten Urteils deutlich. Als es darum ging, wie der Angeklagte sein hilfloses Opfer mit Steinschlägen auf den Kopf zu Tode traktierte, brach es aus der Mutter heraus: „Du Mörder, Du“, schrie sie den 19-Jährigen an. „Du wirst dein ganzes Leben an uns denken müssen“.

Der Bundesgerichtshof hatte dem ersten Urteil zwar im Grundsatz zugestimmt, das Strafmaß aber als zu hoch bewertet. Milderungsgründe wie die Alkoholisierung des Angeklagten seien nicht ausreichend berücksichtigt worden, argumentierten die Richter. Im neuen Prozess hatten Staatsanwaltschaft und Nebenklage acht Jahre und neun Monate beziehungsweise neun Jahre und drei Monate, die Verteidigung sieben Jahre Jugendstrafe gefordert.

Er hoffe, dass die Prozessbeteiligten das jetzt verhängte Urteil akzeptierten, damit nicht noch eine weitere Auflage des Prozesses erforderlich werde, sagte der Vorsitzende Richter August Wilhelm Marahrens in der Begründung. „Dies wäre in hohem Maß fatal“. Denn dann würde „alles noch einmal hochkochen“.

Der Angeklagte sagte in seinem Schlusswort, er habe in der Haft viel Zeit zum Nachdenken gehabt und sei bei sich selbst „auf unerfreuliche Sachen gestoßen“. Ihm sei klar, „dass es keine Entschuldigung für die Tat gibt“. Deswegen wolle er auch nicht versuchen, sich zu rechtfertigen.

Sollte das Urteil rechtskräftig werden, kehre zwar „Rechtsfrieden“ ein, sagte der Vorsitzende Richter. Für die Eltern des Opfers aber „werde es wohl nie Frieden geben“. Der Anwalt der Eheleute berichtete, die Familie, zu der noch zwei jüngere Töchter gehören, drohe unter der Last des Geschehenen zu zerbrechen. In diesem Fall heile auch die Zeit keine Wunden.

lni