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Panorama Erkundungseinheit soll nach Vermissten suchen
Nachrichten Panorama Erkundungseinheit soll nach Vermissten suchen
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11:45 20.07.2009
Die seit Samstagmorgen bestehenden Risse an der Oberkante der Bruchstelle hätten sich in der Nacht zum Montag weiter vergrößert.
Die seit Samstagmorgen bestehenden Risse an der Oberkante der Bruchstelle hätten sich in der Nacht zum Montag weiter vergrößert Quelle: Foto: Ronny HArtmann/ddp
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Im Laufe des Montags soll eine Pioniererkundungseinheit zum Einsatz kommen, wie Landrat Ulrich Gerstner (SPD) sagte. Dabei erhoffe man sich von den Bundeswehrspezialisten Erkenntnisse darüber, ob und mit welchen Mitteln nach den Verunglückten gesucht werden könne. Als schwierig bezeichete der Landrat das Gebiet an der Abbruchstelle, das aus einer meterhohen breiigen Masse bestehe und deshalb weder begangen noch befahren werden könne.

In der Nacht zum Montag war das Gebiet an der Bruchstelle mit einer Wärmebildkamera abgesucht worden. Mit dieser Technik wären auch kleinste Temperaturunterschiede erkennbar gewesen. Allerdings habe es keine Anzeichen von Leben gegeben, sagte Gerstner.

Die seit Samstagmorgen bestehenden Risse an der Oberkante der Bruchstelle hätten sich in der Nacht zum Montag weiter vergrößert, sagte Gerstner. Das Absperrgebiet sei aber nicht weiter ausgedehnt worden. Bereits jetzt besteht laut Gerstner eine weiträumige Absperrung um den Concordia-See. Sämtliche Rad- und Fußwege seien gesperrt, um bei einem drohenden Abrutsch von Erdmassen und einer damit einhergehenden neuerlichen Flutwelle keine Menschen in Gefahr zu bringen.

Der Landrat schloss aus, dass die betroffenen 42 Einwohner, die nach dem verheerenden Erdrutsch ihre zehn Häuser verlassen mussten, wieder zurückkönnten. Nach dem Erdrutsch in Nachterstedt in Sachsen-Anhalt sind weitere Risse im Bereich der Unglücksstelle aufgetreten. Der Sprecher der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Uwe Steinhuber, schloss am Montag im ZDF-Morgenmagazin weitere Erdbewegungen nicht aus. Die Bundeswehr will einen Einsatz am Unglücksort prüfen. Bei dem Erdrutsch am Rande der ehemaligen Braunkohlegrube waren am Samstag ein komplettes Doppelhaus sowie die Hälfte eines weiteren Hauses in die Tiefe gerissen worden. Vermutlich drei Bewohner wurden dabei unter Schlammmassen und Trümmern begraben.

Es sei nicht auszuschließen, dass das bislang noch stehengebliebene halbe Haus ebenfalls „in den nächsten Tagen, Stunden abrutschen wird“, sagte Steinhuber. Die Bundeswehr verlegte ein Erkundungskommando des in Havelberg stationierten Panzerpionierbataillons 803 nach Nachterstedt, wie ein Sprecher des Landeskommandos Sachsen-Anhalt mitteilte. Es sollte mit einem Schlauchboot mögliche Optionen für einen Einsatz prüfen. Wegen drohender weiterer Erdrutsche und der akuter Lebensgefahr konnten die Rettungskräfte bisher nicht zu den drei Vermissten vordringen.

Nach dem Unglück war Nachterstedt zum regionalen Katastrophengebiet erklärt worden. Der Bereich an dem gefluteten Tagebausee, an dessen Rand die abgestürzten Häuser standen, ist weiträumig abgesperrt. Am Sonntagabend hatten evakuierte Einwohner kurzfristig Zugang zu ihren Wohnungen erhalten, um wichtige persönliche Dinge zu bergen. Rund 40 Menschen hatten ihre Häuser nach dem Unglück verlassen müssen. Vorerst wurden sie in Ferienwohnungen oder bei Bekannten untergebracht.

AFP/ddp