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Panorama Eltern sollen Baby fast zu Tode geschüttelt haben
Nachrichten Panorama Eltern sollen Baby fast zu Tode geschüttelt haben
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20:32 05.11.2010
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Ein Elternpaar aus der Region Braunschweig steht im Verdacht, seinen erst sechs Wochen alten Sohn fast zu Tode geschüttelt zu haben. Gegen den 27-jährigen Vater und die drei Jahre jüngere Mutter werde wegen Kindesmisshandlung und gefährliche Körperverletzung ermittelt, sagte Joachim Geyer, Sprecher der Staatsanwaltschaft. Gegen beide bestehe ein Anfangsverdacht, ein Haftgrund liege nicht vor.

Das Paar hatte den apathisch wirkenden Säugling in der Nacht zum Sonntag ins Braunschweiger Klinikum gebracht. Wegen der schweren Verletzungen schalteten die Ärzte die Polizei ein. Das Kind sei vermutlich mehrmals so heftig geschüttelt, dass es ein Schädelhirntrauma erlitten hatte, sagte ein Polizeisprecher. Der kleine Junge ringe mit dem Tod: „Wenn er überlebt, dann mit dauerhaften Schäden, er wird immer ein Pflegefall bleiben.“ Durch das Schütteln sei das Großhirn gegen die Schädeldecke geschleudert worden. Das Kind werde vermutlich nicht nur schwere Hirnschäden, sondern auch dauerhafte körperliche Behinderungen behalten. Es bestehe akute Erblindungsgefahr.

Nach Angaben einer hannoverschen Rechtsmedizinerin, die das Baby untersucht hatte, gibt es keine Hinweise darauf, dass eine Krankheit Ursache für das Schädeltrauma sein kann. Belege für ältere Verletzungen, die auf eine dauerhafte Misshandlung deuten könnten, fand sie auch nicht. Wie Staatsanwalt Geyer sagte, sind die Eltern nicht einschlägig vorbestraft. Es gebe keinen Hinweis auf Drogen- oder Alkoholsucht. Der Vater gehe regelmäßig zur Arbeit, dem Jugendamt war das junge Paar, das im Mai geheiratet hatte, vorher nicht bekannt.

dö/dpa